ARD will Senderechte für beide Fußball-Turniere im Paket erwerben
Knackpunkt WM 2006: ARD/ZDF und Kirch streiten über TV-Vertrag 2002

ARD/ZDF und die Kirch-Gruppe streiten um den Fernsehvertrag für die Fußball-Weltmeisterschaft 2002. Die ARD-Intendanten lehnten am Samstag den vorliegenden Kontrakt ab. Die Kirch-Media hält dagegen an dem ausgehandelten, aber noch nicht unterschriebenen Vertrag fest. Als Knackpunkt erweist sich die WM 2006 in Deutschland. Die ARD möchte beide Turniere im Paket erwerben oder zumindest eine Option für die Übertragungsrechte für 2006 haben.

dpa FRANKFURT/MAIN. Deshalb und wegen anderer Details wurden weitere Verhandlungen mit der Kirch-Gruppe beschlossen. Die Intendanten sind zuversichtlich, dass es zu einem baldigen Abschluss kommen wird.

Laut Kirch-Media-Sprecher Hartmut Schultz haben ARD/ZDF und das Unternehmen am 30. Dezember 2000 eine Einigung über einen Vertrag zur WM 2002 und zu den Olympischen Spielen der nächsten Jahre erzielt. Die Intendanten von ARD und ZDF hätten den erzielten Ergebnissen zugestimmt. "Die Einigung erfolgte unmittelbar mit Ablauf der zuvor vereinbarten exklusiven Verhandlungsfrist zwischen ARD, ZDF und Kirch-Media", sagte Schultz am Sonntag. Sein Unternehmen will sich Gesprächen zum Erwerb weiterer Rechte nicht verschließen, sieht diese aber nicht in Zusammenhang mit der erzielten Einigung zur WM 2002.

"Wir brauchen eine größere Sicherheit im Hinblick auf die WM im eigenen Land", erläuterte ARD-Sprecher Rüdiger Oppers den Tenor der Sondersitzung in Frankfurt/Main. Der vorliegenden WM-Vertrag mit einem Volumen von rund 230 Mill. DM sichert ARD/ZDF die Live- Übertragungsrechte für 24 der insgesamt 64 Spiele beim WM-Turnier 2002 in Japan und Südkorea. Den öffentlich-rechtlichen Sendern wird zudem eine achtmonatige Frist für ein exklusives Verhandlungsrecht für die wertvollen WM-Rechte 2006 eingeräumt. Die Aussage des Kirch- Geschäftsführers Dieter Hahn, der ARD/ZDF als "Wunschpartner" für die Live-Berichte 2006 im Free-TV bezeichnete, reicht der ARD nicht.

"Das was Kirch anbietet für 2006 ist nichts. Diese Gesprächsoption ist überhaupt nichts wert, da ordentliche Geschäftspartner sowieso miteinander reden. Zwischen 2002 und 2006 muss eine echte Option in Form eines Koppelungsgeschäftes hergestellt werden. Nur dann kann man auch seitens der Gremien diese Preise akzeptieren", sagte der WDR - Rundfunkratvorsitzende Reinhard Grätz im WDR-Medienmagazin "Töne- Texte-Bilder." Er bedauerte, dass es in diesem Geschäft keinen Wettbewerb mehr gebe, sondern das Ganze ein reines Preisdiktat seitens der Kirch-Gruppe sei.

"Das Bessere ist immer des Guten Feind", kommentierte ZDF - Intendant Dieter Stolte den Beschluss der ARD-Intendanten. Stolte wird sich im Interesse einer einheitlichen Haltung an den Gesprächen des ARD-Verhandlungsführers Albert Scharf mit der Kirch-Gruppe beteiligen, "die der weiteren Verbesserung der bisher erreichten Vertragskonditionen dienen sollen". Das ZDF hatte dem Vertrag mit der Kirch-Gruppe in der bisherigen Fassung zugestimmt.

Die anstehenden Gespräche könnten sich als schwierig erweisen. Die ARD will auch die Radio-Rechte in den WM-Vertrag für 2002 und 2006 einbeziehen. Die Hörfunkrechte in Deutschland sind aber juristisch ungeklärt. Zudem lehnte die Kirch-Gruppe in anderen Ländern wie etwa Spanien den Verkauf der WM-Rechte für beide Turniere im Paket ab. Das Münchner Unternehmen hatte mit der Agentur ISL die WM-Rechte für die Endrunden 2002 und 2006 für 3,4 Mrd. DM vom Fußball- Weltverband FIFA erworben.

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