ARD/ZDF-Studie zur Internetnutzung
Internet und Fernsehen sind keine direkten Konkurrenten

ots STUTTGART. Das Internet hat sich in den letzten Jahren vom elitären Kommunikations- und Informationsinstrument zu einem Alltagsmedium für breite Nutzerschichten entwickelt. Das geht aus der ARD/ZDF-Online-Studie 2000 hervor, die die
ARD-/ZDF-Medienkommission in Auftrag gegeben hat. Demnach nutzten 18,3 Millionen Erwachsene in Deutschland das Medium.

Das entspricht einem Bevölkerungsanteil von 8,6 %. Damit steigerte sich der Anteil gegenüber dem Vorjahr um 63 %. Der Anteil der Internetnutzer unter den Akademikern liege bei 86 %, derjenige der unter 14- bis 39-Jährigen bei 47 %. Die höchsten Steigerungsraten gehen von denjenigen aus, die bis vor wenigen Jahren keinen Kontakt mit dem neuen Medium hatten: ältere und formal weniger gebildete Bevölkerungssegmente. Allerdings zeige sich auch, dass in den nächsten Jahren nicht von einer Verbreitung des Mediums Internet auf nahezu alle Bevölkerungssegmente auszugehen ist.

Die Nutzer suchen alltägliche Inhalte

Auch in den abgerufenen Inhalten und den Nutzungszeiten spiegelt sich der Studie zufolge die Ausbreitung des Internets wider. Für die meisten Anwender stünden konkrete, alltagsrelevante Inhalte wie der Versand und Empfang von
E-mails und der Abruf von tagesaktuellen Nachrichten im Vordergrund. Die Online-Zeiten der Anwender bewegten sich im Jahr 2000 nach oben. Außerdem sei eine Verlagerung der Onlinenutzung in die Abendstunden festzustellen.

Die gestiegene Internet-Nutzung geht der Studie zufolge jedoch nicht zu Lasten der klassischen Medien. Der Anteil der Onliner, die glauben, wegen ihrer Internetnutzung weniger fernzusehen, sei mit rund einem Drittel seit Jahren stabil. Der Fernsehkonsum sei insgesamt in den letzten Jahren konstant geblieben oder sogar leicht gestiegen.

Internet und Fernsehen ergänzen sich

Als Grund nannte die Studie die Tatsache, dass das Internet und die klassischen elektronischen Medien unterschiedliche Bedürfnisse befriedigten: Das Fernsehen als Allroundmedium spreche Informations- wie Unterhaltungsbedürfnisse gleichermaßen an und werde außerdem dem Bedürfnis nach sozialer Orientierung und Integration gerecht. Dagegen setzten die meisten Onlinenutzer - eine Ausnahme bilden hier die Jugendlichen - das Internet vornehmlich funktional-pragmatisch ein. Fernsehen, Radio und Internet ergänzen sich also.

Der Vorsitzende der ARD/ZDF-Medienkommission und Intendant des Hessischen Rundfunks, Prof. Dr. Klaus Berg, sieht es als notwendig an, Informationsangebote der Fernsehsender auch über das Internet zugänglich zu machen: "Angesichts der Informationsflut im Internet ist glaubwürdiger und seriöser Journalismus notwendiger denn je."

Eine ausführliche Darstellung der wichtigsten Ergebnisse der ARD-/ZDF-Online-Studie 2000 erscheint in Ausgabe 8/2000 der Zeitschrift Media Perspektiven, zu beziehen über Fax-Nr. 069/155-2857.

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