ARD, ZDF und Kirch dementieren Abbruch der Gespräche
Verhandlungen über TV-Rechte an Fußball-WM gehen weiter

Alle drei Beteiligten dementierten am Freitag einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom selben Tag, wonach die Verhandlungen gescheitert seien.

ADX Köln/Mainz. Über die TV-Rechte bei den Fußball-Weltmeisterschaften 2002 und 2006 wird zwischen ARD, ZDF und der KirchGruppe nach wie vor verhandelt. Alle drei Beteiligten dementierten am Freitag einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung" vom selben Tag, wonach die Verhandlungen gescheitert seien. Das Gespräch mit dem Rechteinhaber Kirch gehe weiter, betonten ZDF-Intendant Dieter Stolte und ARD-Vorsitzender Fritz Pleitgen. ARD-Sprecher Rüdiger Oppers sagte, die Verhandlungen seien "weder gescheitert noch abgebrochen". Auch Kirch-Sprecher Hartmut Schultz betonte, die Gespräche würden "nicht abgebrochen". Der Bericht der Zeitung sei "falsch".

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte berichtet, die zehn ARD-Sender hätten bei einer Schaltkonferenz am Donnerstag den Ausstieg beschlossen. Die geforderten 800 Mill. Mark seien den Intendanten zu viel gewesen. Aus den Reihen der Intendanten sei betont worden, auch das ZDF sei beim Abbruch der Gespräche "mit im Boot". Das ZDF werde die Rechte nicht im Alleingang kaufen, habe Stolte am Telefon Pleitgen versichert.

Oppers verwies darauf, dass Verhandlungen über TV-Rechte nie einfach seien. Die Zeitungsmeldung über den Abbruch sei jedoch "nicht richtig". Weitere Angaben zum Stand der Gespräche wollte er nicht machen.

Unterdessen hat der Sender Sat.1, der zur KirchGruppe gehört, Interesse an der Übertragung der WM-Spiele bekundet. Der Sat.1-Programmdirektor für Sport, Philipp Geiss, sagte in München: "Wir stehen zur Verfügung. Ich würde mich sehr freuen." Inhaltlich und redaktionell wären die Weltmeisterschaften sehr interessant, betonte er. Laut Geiss gibt es bereits Gespräche über die TV-Rechte. Dabei müsse auch über die "finanziellen Konditionen" gesprochen werden.

ARD, ZDF und Rechte-Inhaber Kirch hatten sich Ende letzten Jahres zwar auf einen Vertrag geeinigt, der die Live-Übertragung von 25 Spielen der Fußball-WM 2002 in Japan und Südkorea im öffentlich-rechtlichen Fernsehen sowie eine Gesprächsoption für die WM 2006 in Deutschland vorsah. Die Vereinbarung stieß jedoch bei den ARD-Intendanten auf Kritik. Sie forderten Nachverhandlungen. Sollte der Deal mit ARD und ZDF scheitern, so ist die KirchGruppe dem Zeitungsbericht zufolge dennoch verpflichtet, die Partien der deutschen Nationalmannschaft im frei empfangbaren Fernsehen zu zeigen.

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