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Argentinien hält Kurs auf WM in Deutschland

Fußball-Olympiasieger Argentinien hält weiter Kurs auf die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Im südamerikanischen Qualifikationsturnier bezwangen die „Gauchos“ in Lima die Auswahl von Peru mit 3:1 (1:0).

dpa LIMA. Fußball-Olympiasieger Argentinien hält weiter Kurs auf die Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland. Im südamerikanischen Qualifikationsturnier bezwangen die "Gauchos" in Lima die Auswahl von Peru mit 3:1 (1:0).

Damit eroberte Argentinien mit nunmehr 15 Punkten zumindest für 24 Stunden wieder die Tabellenführung. Der bisherige Spitzenreiter Brasilien (12 Punkte in sieben Spielen) hat bei seinem Heimspiel in Sao Paulo gegen Schlusslicht Bolivien (6) die Möglichkeit, den Spitzenplatz zurückzuerobern.

Vor 25 000 Zuschauern gelang Argentinien im "Estadio Monumental" mit einem jungem Team, das sich größtenteils aus den Olympiasiegern von Athen um Stürmer Carlos Tevez und dem Wolfsburger Andrés d'Alessandro zusammen setzte, ein verdienter Erfolg. Mauro Rosales brachte die Gäste in der 12. Minute in Führung. Über den Ausgleich durch Jorge Soto in der 60. Minute konnten sich die Peruaner nur kurz freuen. Denn schon vier Minuten später traf der argentinische Libero Fabricio Coloccini per Kopf zum 2:1. Kurz vor dem Abpfiff schoss Juan Pablo Sorin zum 3:1-Endstand ein.

Während Argentiniens daheim oft kritisierter Coach Marcelo Bielsa nach dem Olympiasieg und dem Gewinn in der Qualifikation vorerst ruhig schlafen kann, sieht Perus brasilianischer Trainer Paulo Autuori schweren Zeiten entgegen. "Der Trainer muss sterben", riefen die Zuschauer in den Schlussminuten. Mit neun Punkten hat Peru trotz eklatanter Heimschwäche ohne Sieg in vier Spielen noch alle Chancen. Erst recht, wenn Bayern Münchens Stürmer Claudio Pizarro nach seinem Schädelriss wieder einsatzfähig ist.

Argentiniens Erzrivale Brasilien, das am 8. September in Berlin gegen Deutschland den Sieg des WM-Finales 2002 wiederholen will, erwartete zunächst gegen Bolivien ein leichtes Spiel. "Wir sollten das nicht allzu offen sagen, um die Bolivianer nicht zu motivieren, aber eigentlich müssten wir locker gewinnen", meinte Roberto Carlos von Real Madrid. "Wir spielen offensiv, wie immer", kündigte derweil Coach Carlos Alberto Parreira an.

Die Spiele des Weltmeisters gegen Bolivien und Deutschland werden vom so genannten "Krieg" der Südamerikaner gegen Bayern München und den AC Mailand überschattet. Die brasilianischen Nationalspieler der beiden Topvereine wurden von den beiden Spielen in Sao Paulo und Berlin ausgeschlossen, weil sie von ihren Clubs nicht für das jüngste "Friedensmatch" Brasiliens in Haiti freigestellt worden waren. Die deutschen Fans werden deshalb weder Lucio und Ze Roberto noch die "Mailänder" Kaka, Cafu und Dida sehen.

Der Streit droht auch einen Keil in den Kader des fünffachen Weltmeisters zu treiben. "Die Spieler müssen bei ihren Vereinen, mehr Druck ausüben, damit sie freigestellt werden", kritisierte Superstar Ronaldo von Real Madrid seine ausgeschlossenen Kollegen indirekt. Andere Spieler meinten allerdings, der brasilianische Nationalverband CBF müsse die Vereine, und nicht die Spieler bestrafen.

Die "Verbannten" werden aber nicht die einzigen Ausfälle beim Weltmeister sein. Werder Bremens Neuerwerbung Gustavo Nery wurde wegen Verletzung aus dem Kader gestrichen. Und der Einsatz des Leverkuseners Juan ist nach Ärzteangaben "mehr als fraglich". Der ebenfalls angeschlagene Superstar Ronaldinho Gaucho vom FC Barcelona erholte sich dagegen rechtzeitig vor dem Bolivien-Spiel.

Die Tabellendritten des südamerikanischen Turniers, Chile und Paraguay, die mit je elf Punkten den "Großen" dicht auf den Fersen sind, erwarteten unterdessen daheim Kolumbien (7) bzw. Venezuela (10). Außerdem stand die Begegnung Uruguay (7) gegen Ecuador (10) auf dem Programm.

Das südamerikanische Qualifikationsturnier dauert fast zweieinhalb Jahre. Es wird in einer Gruppe von zehn Mannschaften nach dem System "Jeder gegen Jeden" mit Hin- und Rückspiel ausgetragen. Die vier Erstplatzierten qualifizieren sich direkt für Deutschland, der Fünfte muss sich gegen ein Team aus Ozeanien durchsetzen.

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