Argentinien kann als Folge hohe Auslandsschulden nicht mehr bedienen
IWF stoppt Auszahlung von Kredittranche an Argentinien

Der Internatinale Währungsfonds (IWF) hat die Auszahlung einer geplanten Kredittranche an Argentinien gestoppt. Der IWF sei "zur Zeit" nicht in der Lage, die Auszahlung zu empfehlen, sagte IWF-Sprecher David Hawley nach einer informellen Sitzung des Exekutivrates.

dpa WASHINGTON. In diesem Monat war die Auszahlung von 1,3 Mrd. Dollar (1,5 Mrd Euro/2,9 Mrd DM) vorgesehen. Die Summe ist Teil eines IWF-Kreditprogramms im Umfang von rund 22 Mrd. Dollar. Gut 12 Mrd. Dollar davon sind bislang freigegeben worden.

Ohne das Geld dürfte Argentinien nach Angaben von Analysten nicht mehr in der Lage sein, die hohen Auslandsschulden zu bedienen.

"Der IWF bleibt in engem Kontakt mit den argentinischen Behörden", teilte Hawley mit. "Wir sind bereit mit ihnen zusammenarbeiten, um ein durchführbares Programm zu entwickeln."

Der IWF-Exekutivrat hatte sich am Mittwoch informell über die jüngste IWF-Mission in Argentinien informieren lassen. Der IWF zahlt Kredittranchen nur aus, wenn das Empfängerland die Bedingungen erfüllt, die an das Programm gebunden sind. In dem Rat sind alle Mitgliedsländer vertreten. Das Gremium muss Entscheidungen über Kreditauszahlungen absegnen. Die jüngste IWF-Mission unter Leitung von Thomas Riechmann war am Montag vorzeitig nach Washington zurückberufen worden, nachdem die argentinische Regierung am Samstag überraschend Bargeldbeschränkungen einführte.

Privatpersonen und Unternehmen dürften pro Woche nur noch 250 Pesos oder Dollar (280 ?/549 DM) in bar abheben. Alle anderen Zahlungen müssten per Scheck, Überweisung sowie Bank- oder Kreditkarte geleistet werden. Die Regierung hatte dies mit der nötigen Abwehr "spekulativer Angriffe von Geier-Fonds" begründet. Allerdings waren es eher Millionen argentinischer Kleinanleger, die aus Angst vor einem finanziellen Zusammenbruch des mit mehr als 140 Mrd. Dollar überschuldenten Landes panisch ihre Bankkonten geplündert hatten.

Wegen des fehlenden Bargeldes und verunsicherter Konsumenten seien die Einzelhandelsumsätze an den ersten beiden Tagen zwischen 50 und 70 % im Vergleich zur Vorwoche eingebrochen.

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