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Argentiniens Regierung unterschätzt Zahlungsfähigkeit - Bear StearnsDPA-Datum: 2004-07-21 14:43:10

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Zahlungsfähigkeit Argentiniens wird nach Einschätzung von Bear Stearns derzeit von der Regierung des Landes deutlich unterschätzt. Grund für die Abweichung um rund 25 Milliarden US-Dollar bei der Beurteilung der Zahlungsfähigkeit sei eine unterschiedliche Einschätzung der Wirtschaftslage, sagte der Leiter der globalen Restrukturierungsgruppe bei Bear Stearns, Daniel Celentano, am Mittwoch bei einer Veranstaltung des "Global Committee of Argentine Bondholders" (Gcab) in Frankfurt.

(dpa-AFX) Frankfurt - Die Zahlungsfähigkeit Argentiniens wird nach Einschätzung von Bear Stearns derzeit von der Regierung des Landes deutlich unterschätzt. Grund für die Abweichung um rund 25 Milliarden US-Dollar bei der Beurteilung der Zahlungsfähigkeit sei eine unterschiedliche Einschätzung der Wirtschaftslage, sagte der Leiter der globalen Restrukturierungsgruppe bei Bear Stearns, Daniel Celentano, am Mittwoch bei einer Veranstaltung des "Global Committee of Argentine Bondholders" (Gcab) in Frankfurt.

Bear Stearns berät die nach eigenen Angaben größte Gläubigervereinigung, die rund 75 Prozent der Schuldensumme Argentiniens im Ausland vertritt. Argentinien bedient seit gut zweieinhalb Jahren Schuldtitel in Höhe von 82 Milliarden Dollar nicht mehr. Seit der Finanzkrise bleibt Argentinien damit den Anlegern auch Zinszahlungen in Höhe von 22 Milliarden Dollar schuldig.

Argentiniens Angebot Nicht Angemessen

Die Gcab hält das jüngste Angebot der argentinischen Regierung für nicht angemessen. Das Angebot laufe auf einen Verzicht der Gläubiger von rund 80 Prozent ihrer Forderungen hinaus. Bei den eigenen Vorschlägen kommt die Gcab hingegen lediglich auf einen Verlust von rund 50 Prozent der Gesamtforderungen. Dies sei angesichts der sich festigenden Wirtschaft darstellbar.

Bear Stearns hält die Annahme der argentinischen Regierung für Wirtschaftswachstum und Primärüberschuss (Haushaltsüberschuss vor Schuldendienst) für wenig realistisch. Während Argentinien bis 2030 mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 3,5 Prozent rechnet, veranschlagt die Gcab das Wachstum bis 2014 auf 4,2 Prozent und erst danach auf 3,5 Prozent.

Deutlich Höherer Primärüberschuss

Beim Primärüberschuss gehen die Prognosen noch weiter auseinander. So rechnet die Regierung im Durchschnitt mit einem Überschuss von 2,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes, während Bear Stearns 3,3 Prozent veranschlagt. Auch die Inflationserwartung der Regierung sei mit 3,0 Prozent für eine aufstrebende Volkswirtschaft zu niedrig bemessen, betonte Bear Stearns. Die Ökonomen rechnen zwischen 2005 und 2030 mit durchschnittlich 5,2 Prozent. Diese Faktoren führten zu einer deutlich höheren Zahlungsfähigkeit des Landes.

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