Armee greift Stützpunkte der palästinensischen Polizei an
Israels Polizei nach Selbstmordattentat in Alarmbereitschaft

Nach dem Selbstmordattentat eines Palästinensers mit drei Todesopfern ist Israels Polizei am Dienstag aus Furcht vor weiteren Anschlägen in erhöhte Alarmbereitschaft versetzt worden.

dpa/afp JERUSALEM/HEBRON. Der israelische Rundfunk meldete, dem Geheimdienst lägen Informationen vor, nach denen radikal-islamische Gruppen "international Aufsehen erregende, verheerende Anschläge" planten. Tausende von Polizisten seien vor allem in Zentrum des Landes und in Jerusalem im Einsatz, um solche Attentate zu verhindern.

Aus Vergeltung für das Attentat vor dem Bahnhof der Stadt Binjamina südlich von Haifa, bei dem der Attentäter zwei junge Soldaten mit sich in den Tod riss, hatte Israels Armee am späten Montagabend Stützpunkte der palästinensischen Polizei nahe Dschenin und Tulkarem mit Panzern beschossen. Mehrere Gebäude der palästinensischen Eliteeinheit "Force 17", aus der auch die Leibgarde von Präsident Jassir Arafat rekrutiert wird, wurden zerstört. Es gab jedoch bei den Angriffen keine Verletzten.

Bei dem Anschlag in Binjamina, zu dem sich der Islamische Dschihad bekannte, wurden acht weitere Menschen verletzt, darunter einer lebensgefährlich. Die palästinensische Autonomiebehörde hatte das Attentat verurteilt. Der 20-jährige Attentäter aus der Stadt Nablus war nach Medienberichten vor zwei Monaten dem Islamischen Dschihad beigetreten. In einer Stellungnahme der Gruppe hieß es, mit dem Anschlag habe man die Entführung eines ranghohen Mitglieds der Organisation bei Bethlehem am Vortag rächen wollen.

Palästinensisches Mädchen nach Kopfschuss in Lebensgefahr

Palästinenser feuerten unterdessen in der Nacht zum Dienstag erneut Mörsergranaten auf die jüdische Siedlung Morag im südlichen Gazastreifen. Dabei gab es jedoch weder Verletzte noch Sachschaden.

Ein neun Jahre altes palästinensisches Mädchen schwebt nach einem Kopfschuss durch israelische Soldaten in Lebensgefahr. Das Kind wurde nach Krankenhausangaben in der Nacht zum Dienstag bei Zusammenstößen zwischen Armee und Palästinensern nahe Hebron im Westjordanland verletzt. Bewaffnete Palästinenser hätten zuvor das Feuer auf die Soldaten eröffnet. In Hebron liefern sich beide Seiten seit Sonntag Gefechte. Israelische Soldaten und Panzer waren auch dort in der Nacht zum Montag auf palästinensisch kontrolliertes Gebiet vorgedrungen.

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