Armee rechnet mit Blutvergießen
Persönliche Gegenstände der Philippinen-Geiseln gefunden

Auf der Suche nach den 23 Geiseln der extremistischen Moslemgruppe Abu Sayyaf haben philippinische Soldaten am Mittwoch hunderte kleine Inseln im Süden des Landes durchkämmt. Dabei wurden persönliche Gegenstände wie eine Kamera und eine Scheckkarte sicher gestellt.

ap MANILA. Den Aufenthaltsort der Kidnapper und der Entführten konnten die Soldaten jedoch nicht aufspüren. Brigadegeneral Edilberto Adan erklärte, ein militärisches Vorgehen gegen die Entführer werde wahrscheinlich zu Blutvergießen führen. Allerdings werde die Armee alles tun, um Schaden von den Geiseln abzuwenden, sagte Adan.

Die persönlichen Gegenstände der Entführten wurden auf der Insel Cagayan de Tawi Tawi entdeckt. Diese liegt zwischen der Insel Palawan, von der aus die Gruppe verschleppt wurde, und dem Abu-Sayyaf-Lager auf der Insel Jolo. Das letzte Mal wurde die Gruppe am Montag von zwei Fischern gesehen, die sich mit einem Sprung über Bord aus der Gewalt der Geiselnehmer retteten.

Die Suche nach den 23 Geiseln gestaltet sich nach Adans Worten schwierig. Allein rund um die Inseln Basilan und Jolo gebe es mehr als 70 Inselchen, die den Extremisten alle als Versteck dienen könnten. Ein Anführer der Abu Sayyaf hatte am Dienstag mit der Ermordung der Geiseln gedroht, falls die Regierungstruppen einen Befreiungsversuch starten sollten. Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verhängte eine Nachrichtensperre über Einzelheiten des militärischen Vorgehens.

In der Gewalt der Abu Sayyaf befinden sich ein amerikanisches Missionarsehepaar, ein weiterer Amerikaner, 13 chinesischstämmige Philippiner und mehrere Hotelangestellte. Sie waren am Sonntag aus der Ferienanlage Dos Palmas Island Resort auf der Insel Palawan verschleppt worden. Später brachten die Entführer noch drei Fischer in ihre Gewalt. Die philippinische Regierung, die Lösegeldzahlungen kategorisch ablehnt, setzte eine Belohnung von umgerechnet insgesamt zwei Millionen Dollar (4,56 Millionen Mark; 2,33 Millionen Euro) zur Ergreifung der Täter aus.

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