Armee soll helfen
Land unter auf Teneriffa und Mallorca

Bei schweren Unwettern auf den spanischen Ferieninseln Teneriffa und Mallorca sind an Ostern mindestens sieben Menschen ums Leben gekommen, darunter ein Deutscher. Am schlimmsten traf es die Kanaren-Insel Teneriffa, die am Sonntag die heftigsten Regenfälle seit mehr als 30 Jahren erlebte. Die Überschwemmungen kosteten fünf Menschen das Leben, die Behörden schlossen weitere Todesopfer nicht aus.

dpa SANTA CRUZ/PALMA. Bereits am Freitag war auf Mallorca ein 25-jähriger Deutscher ertrunken, nachdem er an einer Klippe bei Cala Figuera von einer großen Welle ins Meer gerissen worden war. Sein 21 Jahre alter Begleiter, auch ein Deutscher, wurde ebenfalls ins Meer gespült und wird seitdem vermisst.

Stundenlange Regenfälle verursachten vor allem in Teneriffas Hauptstadt Santa Cruz im Norden der Insel schwere Schäden und führten zu einem Chaos. Deutsche seien aber nicht unter den Opfern, teilten die Behörden mit. Auch am Montag war ein Großteil der fast 200 000 Einwohner noch ohne Strom und Telefon. Selbst die Notrufzentrale fiel lange Zeit aus, und auch das regionale Fernsehen konnte nicht mehr senden. Die Wassermassen verwandelten die Straßen in reißende Flüsse, Menschen und Autos wurden von Schlammlawinen mitgerissen, wie der Rundfunk berichtete. Der Autoverkehr brach völlig zusammen. Die Schulen blieben am Montag geschlossen.

Binnen weniger Stunden waren 224 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Bürgermeister Miguel Zerolo warf dem Wetterdienst schwere Versäumnisse vor, weil dieser die Katastrophe nicht vorhergesagt habe. Die Stadt war auf dem Landweg von der Außenwelt abgeschnitten, weil die Straßen wegen Überschwemmungen und Erdrutschen unpassierbar waren. Der Flughafen Los Rodeos konnte den Betrieb zwar wieder aufnehmen, nicht aber der Seehafen. Tausende Einwohner, die ihre Osterferien an den Stränden im Süden der Insel verbracht hatten, konnten nicht in ihre Häuser zurück. Viele von ihnen wurden notdürftig in den Messehallen außerhalb von Santa Cruz untergebracht.

Bürgermeister Zerolo rief die Bewohner auf, ihre Häuser nicht zu verlassen und forderte die Hilfe der Armee an, um die schweren Schäden zu beseitigen. Hunderte Helfer waren bereits mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Unter den Toten sind ein zwei Jahre altes Mädchen, das von einer einstürzenden Mauer erschlagen wurde, und ein 36-jähriger Mitarbeiter der Rettungsdienste. Die Behörden prüfen nun, ob Santa Cruz zum Katastrophengebiet erklärt wird.

Auf Mallorca hielten sich die Schäden dagegen in Grenzen. Wegen schwerer See mit bis zu viereinhalb Meter hohen Wellen mussten mehrere Schiffsverbindungen vorübergehend eingestellt worden. Das Unwetter traf vor allem den Osten der Insel. In der Gegend um Porto Cristo und Porto Colom verwüstete die starke Brandung mehrere Strände und spülte den Sand ins Meer. Böen mit Spitzengeschwindigkeiten von 80 Stundenkilometern rissen zudem Bäume, Straßenlaternen und Schilder um.

Der getötete Deutsche arbeitete seit mehreren Jahren als Koch in Cala Figuera. Sein vermisster Bekannter war als Kellner beschäftigt. Bei dem Unwetter starb auch ein Segler aus Österreich, dessen Boot während einer Regatta in der Bucht von Palma gekentert war. Der 25-Jährige habe sich nicht aus seinem Geschirr befreien können und sei ertrunken, teilten die Organisatoren mit.

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