Armee zieht am Morgen wieder ab
Nächtliche Militäraktion in Gaza

Nach einer rund vierstündigen Militäroperation hat sich die israelische Armee am frühen Montagmorgen wieder aus Gaza- Stadt zurückgezogen. Das verlautete aus palästinensischen Sicherheitskreisen.

HB/dpa GAZA. Am späten Sonntagabend waren rund 120 Panzer und gepanzerte Fahrzeuge in die Stadt eingerückt. Nach palästinensischen Angaben wurde während der Operation ein Ausbildungslager des palästinensischen Sicherheitsdienstes von Panzern und Kampf- Hubschraubern beschossen und schwer beschädigt. Nach israelischen Angaben wurden in dem Trainingslager auch Extremisten ausgebildet. Man habe bei der Aktion keine Zivilsten treffen wollen, hieß es auf Flugblättern der Armee, die nach dem Abzug gefunden wurden.

Wie die Krankenhäuser in Gaza am frühem Morgen mitteilten, wurden während des nächtlichen Angriffs mindestens acht Menschen verletzt, darunter auch zwei palästinensische Polizisten und ein Kameramann. Nach Angaben von Augenzeuge wurde auch ein neben dem Ausbildungslager gelegenes Krankenhaus von den israelischen Truppen beschossen. Das Gebäude sei ebenfalls schwer beschädigt worden, unter den Patienten sei Panik ausgebrochen.

Schon zu Beginn der Militäraktion waren viele Bewohner der Stadt aus Furcht vor möglichen neuen Hauszerstörungen vor den gepanzerten Einheiten geflohen. Die ganze Nacht über waren in der Stadt Salven aus Maschinengewehren und Explosionen zu hören. Die Behörden evakuierten das Gefängnis von Gaza, in dem Dutzende kriminelle Häftlinge und mutmaßliche Kollaborateure festgehalten wurden.

Der israelische Verteidigungsminister Schaul Mofas hatte am Wochenende schwere israelische Vergeltungsmaßnahmen für einen palästinensischen Überfall angekündigt, bei dem am Freitagabend in der Stadt Hebron im Westjordanland zwölf Israelis und drei palästinensische Angreifer getötet worden waren. Zu dem Anschlag hatte sich zunächst die radikale Gruppe Islamischer Dschihad bekannt. Am Sonntag sagte ein führendes Mitglied der Hamas in Damaskus, seine Organisation sei für den Angriff verantwortlich.

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