„Armenhaus in der EU“ vollbrachte bei Vorbereitung des Turniers ein kleines Wunder
Nur die Angst vor dem Terror macht Portugal noch Sorgen

Portugal schwebt vor Beginn der Euro 2004 ständig zwischen Hoffen und Bangen: Hoffen auf ein rauschendes Fußballfest und den ersten großen Titel für die eigene Mannschaft. Und Bangen vor möglichen Anschlägen. Die Sicherheitsvorkehrungen sind immens.

HB LISSABON. Mit ihrem technisch versierten Fußball gelten die Portugiesen zuweilen als die "Brasilianer Europas". Im Gegensatz zum fünfmaligen Weltmeister gewannen sie jedoch nie einen Titel. Bei der Europameisterschaft im eigenen Land soll dies nun anders werden. Und damit nichts schief gehen kann, verpflichteten die Portugiesen einen echten Brasilianer als Trainer: den Weltmeister Luiz Felipe Scolari, der sein Land 2002 in Yokohama zum 2:0-Sieg im Finale gegen Deutschland geführt hatte.

Die Erwartungen im EM-Gastgeberland sind hoch. Die Portugiesen versprechen sich nicht nur von ihrer eigenen Mannschaft viel, sondern auch vom gesamten Turnier. Die EM-Endrunde ist das mit Abstand größte Sportereignis, das jemals in Portugal stattgefand. Die Regierung verspricht: "Die Euro 2004 wird die beste EM aller Zeiten."

Danach hatte zunächst nicht ausgesehen. Vor gut zwei Jahren herrschte der Eindruck, als hätte Portugal sich mit dem Vorhaben übernommen. Die Stadionbauten stockten, mitten in den Vorbereitungen wechselte die Regierung, und die Europäische Union verordnete Lissabon wegen hoher Staatsschulden eine Sparpolitik. Aber das "Armenhaus in der EU" vollbrachte ein kleines Wunder. Das kleine Portugal stopfte - anders als das große Deutschland - nicht nur seine Haushaltslöcher, sondern es stellte auch alle zehn für die EM zugesagten Stadien fertig.

Während die Verantwortlichen in Griechenland bei den Olympischen Spielen bis zur letzten Sekunde zittern müssen, ob die Bauarbeiten an den Wettkampfstätten rechtzeitig abgeschlossen werden, weihten die Portugiesen ihre EM-Arenen schon vor einem halben Jahr ein. "Portugals Fußballer werden es schwer haben, die Qualität der Stadien zu übertreffen", lobte der Uefa-Inspekteur Ernie Walker die Bauwerke.

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