Armes Land trotz Ölreichtums
Stichwort: Venezuela

Venezuela wird seit Jahrzehnten von sozialen Unruhen und abrupten Regierungswechseln erschüttert.

wiwo/ap CARACAS. Nach der Unabhängigkeit von spanischer Kolonialherrschaft im Jahr 1811 und blutigen Bürgerkriegen im 19. Jahrhundert bestimmten Militärputsche und autokratische Regime die politische Entwicklung im 20. Jahrhundert. Trotz seines Ölreichtums ist Venezuela eines der ärmsten Länder des amerikanischen Kontinents geblieben. Die Bevölkerung von 24 Millionen setzt sich zu 67 Prozent aus Mestizen und Mulatten zusammen - also Nachkommen aus Verbindungen von Weißen mit Indianern oder Schwarzen. Etwa 20 Prozent der Bevölkerung sind Weiße meist spanischer Abstammung, gefolgt von Schwarzen (8 bis 9 Prozent) und Indianern (2 bis 3 Prozent). Mit einer Fläche von 912 050 Quadratkilometern ist Venezuela fast drei Mal so groß wie Italien.

In der Hauptstadt Caracas leben rund zwei Millionen Einwohner, mehr als ein Drittel von ihnen in Elendssiedlungen ("ranchos"). Auch dem jetzt zurückgetretenen Präsidenten Hugo Chavez ist es allen Versprechungen zum Trotz nicht gelungen, den Reichtum aus der Ölförderung der gesamten Bevölkerung zugute kommen zu lassen. Venezuela ist weltweit der viertgrößte Ölproduzent, dadurch ist die Volkswirtschaft besonders anfällig für Preisrückgänge auf dem Weltmarkt. Die Ausfuhr von Rohöl und Ölprodukten hat einen Anteil von 82 Prozent der Gesamtexporte. Von der landwirtschaftlich nutzbaren Fläche entfallen etwa zwei Drittel auf Weideland für Rinder. Größter Handelspartner sind die USA.

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