„Armselige“ Leistungen dürfen nicht belohnt werden
Britische Aktionäre sollen künftig Gehalt von Top-Managern billigen

Die britische Regierung will Fantasiegehältern von Firmenmanagern einen Riegel vorschieben. Nach einem am Freitag in London vorgestellten Gesetzesvorhaben müssen die Gehälter von Top-Managern bei britischen Unternehmen künftig von den Aktionären gebilligt werden.

afp LONDON. "Zu oft werden Vorstände verschwenderisch für mäßige oder sogar armselige Leistungen entlohnt", begründete Handels- und Industrieministerin Patricia Hewitt das Vorhaben. "Wir teilen die Ansicht vieler Aktionäre, dass dies schlicht und einfach unannehmbar ist und den Interessen des Unternehmens, der Anteilseigner, des Vereinigten Königreichs als Ganzes zuwiderläuft." Bislang lassen nur wenige britische Firmen ihre Aktionäre über die Entlohnung ihres Top-Managements mitentscheiden.

Die Regierung reagiert mit dem Vorhaben auf harsche Kritik von Aktionärsvertretern an der Gehaltspraxis bei mehreren in der Krise steckenden britischen Konzernen, darunter British Telecom, Marks and Spencer und dem gerade unter Staatsaufsicht gestellten Eisenbahnunternehmen Railtrack. Für Furore sorgte auch der Fall des Telekom-Ausrüsters Marconi, bei dem zwei Top-Manager fast eine Mill. Pfund (3,1 Mill. DM) erhielten, obwohl das Unternehmen quasi vor dem Bankrott stand und der Aktienkurs über 99 % an Wert verlor.

Hewitt betonte, sie verstehe, dass Firmen Top-Leute auch Spitzengehälter bieten müssten. Aktionäre müssten darüber aber mitentscheiden. Neben den Gehältern sollen die Aktionäre auch einmal jährlich über zugesprochene Bonus-Zahlungen, Aktienoptionen und goldene Handschläge für ausgeschiedene Mitarbeiter entscheiden.

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