Armstrong weiter in Gelb
Boogerd gewinnt Königsetappe der Tour

Michael Boogerd gewann am Mittwoch die Königsetappe, doch Lance Armstrong sitzt sicherer denn je auf dem Tour-Thron.

HB LA PLAGNE. Vier Tage vor dem Ende der 89. Tour de France spricht alles für den Texaner und seinen vierten Erfolg hintereinander. Im Ziel der 16. Etappe in La Plagne konnte Armstrong als Tages-Dritter 1:25 Minuten hinter dem Niederländer Boogerd weitere 46 Sekunden auf den Zweiten im Gesamtklassement, Joseba Beloki (Spanien), herausfahren. Am eindrucksvollsten setzte sich auf den 179,5 km von Les-deux- Alpes nach La Plagne allerdings Boogerd, 1998 in der Endabrechnung Tour-Fünfter, in Szene. Nach 120 km langer Alleinfahrt triumphierte er als Solist in der 1880 Meter hoch gelegenen Ski-Station, widerstand Armstrongs Attacke vier Kilometer vor dem Ziel und feierte seinen insgesamt zweiten Tagessieg bei der Tour.

Der Texaner geht jetzt mit einem Vorsprung von 5:06 Minuten auf Beloki auf die Tour- Zielgerade Richtung Paris. In der Punktwertung um das Grüne Trikot blieb alles unverändert: Robbie McEwen, im Besitz des Trikots wegen besserer Platzierungen in den bisherigen Zwischensprints, liegt weiter gleichauf mit Weltranglisten-Spitzenreiter Erik Zabel (Unna). Wie 2001 beim Duell zwischen Stuart O'Grady und Zabel wird auch in diesem Jahr die Entscheidung auf den Champs-Elysées am Sonntag fallen. Die Chancen auf Zabels siebentes Grünes Trikot hintereinander stehen allerdings schlecht, weil der Australier McEwen in der Ebene bisher die schnelleren Beine hatte und das Prestige trächtige Tour-Finale in Paris 1999 schon ein Mal gewann.

Am Mittwoch schien die Tour Kopf zu stehen. Boogerd, nicht unbedingt ein Bergspezialist, war der erste Niederländer in der Tour- Geschichte, der den Col de la Madeleine (2000 Meter) als Erster überquerte. Seinen erstaunlichen Höhenflug konnte er überraschend bis ins Ziel fortsetzen. In seinem Rücken fuhren bis zum Schlussanstieg auf der schwersten Alpen-Etappe auch die Sprinter in Reinkultur, Gian Matteo Fagnini und der Australier Stuart O'Grady, in Spitzengruppen. Der Zabel-Helfer aus Italien, der auf der Abfahrt vom Galibier, dem ersten von drei Bergen der höchsten Kategorie, attackiert hatte, fuhr lange weit vor den im Hochgebirge erprobten Favoriten Armstrong und Beloki.

Die Elite hatte am Fuß des 17,7 km langen Schlussanstiegs nach La Plagne 5 km Rückstand zu Boogerd. Nach Christophe Moreau (Frankreich) am Dienstag schied am Mittwoch mit dem jungen Spanier Oscar Sevilla ein weiterer Topfahrer aus, der sich am Tour-Start in Luxemburg zumindest Hoffnungen auf das Podium in Paris gemacht hatte. Sevilla, an dem auch Telekom für die nächste Saison interessiert ist, quälten Magenkrämpfe. Die 17. Tour- und letzte Alpen-Etappe am Donnerstag bietet nicht mehr die Schwierigkeitsgrade wie die beiden vorangegangenen. Auf 142 km sind vier Steigungen zu meistern. Das Ziel in Cluses liegt am Ende einer 20 km langen Abfahrt auf 520 Metern Höhe.

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