Armut soll bekämpft werden
Montenegro: Djukanovic von Wahlsieg begeistert

Montenegros Präsident Milo Djukanovic hat den Erfolg seiner Koalition bei den Parlamentswahlen in der kleineren jugoslawischen Teilrepublik als einen "großen Sieg des freien, demokratischen und europäischen Montenegros" bezeichnet.

HB PODGORICA/BELGRAD. In der Nacht zum Montag versprach Djukanovic vor Tausenden jubelnden Anhängern in der Hauptstadt Podgorica, einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung und Bekämpfung der Armut. Schon am Montag wolle er mit der Bildung einer "demokratischen und europäischen" Regierung beginnen.

Djukanovics Koalition erreichte bei den vorgezogenen Parlamentswahlen am Sonntag nach ersten Hochrechnungen die absolute Mehrheit. Seine "Demokratische Liste für ein europäisches Montenegro" kann demnach mit bis zu 39 der insgesamt 75 Mandate im Republiksparlament rechnen. Nach den Worten von Djukanovic vor der Parteizentrale begann ein riesiges Feuerwerk und ein Volksfest. Hunderte Autos fuhren hupend durch die Stadt, berichteten Augenzeugen.

Branislav Radulovic, Sprecher der mit Djukanovic verbündeten Sozialdemokratischen Partei sprach von einer Niederlage des "nationalistischen Montenegros" und kündigte die Bildung einer "stabilen reformistischen" Regierung.

Nach Auszählung von rund 70 % der Stimmen, kam das pro- serbische Parteienbündnis "Gemeinsam für Veränderungen" auf 30 Mandate, der Liberale Bund auf vier und eine Koalition der Albanerparteien auf zwei Mandate. Das gaben gemeinsam die unabhängigen Beobachtergruppen CEMI und CESID am späten Sonntagabend in Podgorica bekannt. Erste offizielle Ergebnisse werden am Montag erwartet. Die Wahlbeteiligung lag bei 77 % der 454 000 Wähler, gab die Wahlkommission bekannt.

Die vorgezogene Wahl wurde nach nur eineinhalb Jahren notwendig, weil die regierende Partei von Djukanovic im Parlament die Unterstützung des kleinen, konsequent nach Unabhängigkeit strebenden Liberalen Bundes (LS) verloren hatte. Zuvor hatte Djukanovic auf starken internationalen Druck hin dem vorläufigen Erhalt einer losen Föderation mit Serbien zugestimmt. Damit hatte er einen neuen politischen Kurs eingeschlagen.

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