Arnold Bahlmann übernimmt Geschäftsführung beim Verkaufskandidaten Bertelsmann Springer.
Bertelsmann schwenkt auf Sparkurs um

Zurück zu alten Tugenden: Der neue Bertelsmann-Chef Gunter Thielen hofft, dass der Medienkonzern mit bewährten Mitteln wieder zu neuem Wachstum geführt werden kann.

pos DÜSSELDORF. Der designierte Vorstandsvorsitzende der Bertelsmann AG, Gunter Thielen, schätzt die Ertragsentwicklung des Medienunternehmens auf Grund der schlechten Weltmarktlage derzeit nur "sehr vorsichtig ein". Im ersten Halbjahr habe das Ergebnis noch "im Plan" gelegen, aber der Umsatz sei gesunken. Thielen will deshalb den Schuldenabbau forcieren.

Gleichzeitig betonte er am Mittwoch in einem Brief an die Mitarbeiter aber, dass sich die AG weiter auf einen möglichen Börsengang vorbereite. Allerdings würden nur Anteile der Groupe Bruxelles Lambert platziert werden, also 25 % des Kapitals. Die Familie Mohn als Mehrheitsgesellschafter wird keine Anteile abgeben. Der scheidende Vorstandschef Thomas Middelhoff hatte am Vorabend noch erklärt, bei einem solchen Vorgehen sei die Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns in Gefahr. Das sieht der 59-jährige frühere Vorstand der Druckerei-Sparte, Thielen, anders. Er will "die Ertragskraft stärken", um wieder aus "eigener Kraft zu wachsen".

Doch bis dahin heißt es eisern sparen: Durch den Kauf des Musikunternehmens Zomba wird eine "selbst festgelegte strenge Verschuldungsgrenze" überschritten, räumt Thielen ein. Bertelsmann rechnet nach internen Unterlagen mit einer Nettoverschuldung von bis zu 4 Mrd. Euro zum Jahresende, sofern der Kauf bis dahin abgeschlossen ist. Die Verschuldung soll in einer "Phase der Konsolidierung" abgebaut werden.

Dazu gehört unverändert der Verkauf des Fachverlags Bertelsmann Springer. Hier wird Thielen erste Hoffnungen von Mitarbeitern enttäuschen. Finanzvorstand Siegfried Luther musste den Verkauf den Ratingagenturen S & P und Moody?s zusichern, um den Schuldenabbau sicherzustellen, wie es heißt. Die Geschäftsführung des Verkaufskandidaten übernimmt jetzt, zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben, AG-Vorstand Arnold Bahlmann. Das bestätigte ein Konzernsprecher auf Anfrage. Bahlmann war ein enger Vertrauter Thomas Middelhoffs, bislang für den Bereich Capital, also Akquisitionen und Merger, zuständig.

Quelle: Handelsblatt

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