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Arnold Schwarzenegger stärkt die Wall Street: „Hasta la vista, Bears“

Nachdem die US-Indizes drei Tage in Folge Verluste eingefahren haben, macht der Markt zur Wochenmitte einen Ausflug ins Grüne. Vielleicht liegt das an Arnold Schwarzenegger, der am Morgen die Eröffnungsglocke läutete und mit einem drohenden "Hasta la vista" die Bären zu vergraulen versuchte. Wie dem auch sei, der Dow Jones notiert eine halbe Stunde nach Handelsbeginn mit 40 Punkten im Plus. Die Nasdaq handelt flach im Plus.

Die US-Märkte haben einiges aufzuholen. Seit Jahresbeginn hat der Dow Jones mehr als fünf Prozent verloren, die Nasdaq notiert mit 10 Prozent im Minus. Den Optimisten um Alan Greenspan fällt es immer schwerer, eine Trendwende herbeizureden, zumal zahlreiche schwache Quartalsmeldungen den marktbreit gestreuten aber wenig fundierten Optimismus überschatten.

Cisco könnte für eine Umkehr sorgen. Das Unternehmen sorgt für eine Überraschung, als es acht Stunden vor der Bilanzkonferenz vorausgeschickt, dass man die Analystenerwartungen von 5 Cent Gewinn pro Aktie übertreffen werde. In einem Memo, das eigentlich an Mitarbeiter gerichtet war, hieß es, Cisco habe in den abgelaufenen drei Monaten Bestellungen im Wert von 3,9 Milliarden Dollar bearbeitet; mit einem Auftragsvolumen von 3,75 Milliarden Dollar hatte man ursprünglich gerechnet. "Angesichts einer unerwartet breiten Verteilung der Notiz" habe man sich entschlossen, die Zahlen publik zu machen, erklärt Ciscos CFO Larry Carter den Lapsus. Die Cisco-Aktie legt 2,5 Prozent zu und stützt auch die Branchenkollegen. JDS Uniphase und Broadcom gewinnen jeweils mehr als 2 Prozent.

Auch die Aktie von Tyco kann nach zwei Tagen im freien Fall wieder Luft holen. Die Aktie gewinnt 11 Prozent, was die jüngsten Verluste zwar bei weitem nicht wett macht, aber zumindest den totalen Verfall des Papiers stoppt. Das Wall Street Journal berichtet am Morgen, Tyco könne seinen Finanzsektor Tyco Capital früher verkaufen müssen als eigentlich geplant. Mögliche Käufer stehen bereit: Angeblich sind General Electric, Fleet Boston und UPS an einer Akquisition interessiert. Tyco war seit Wochenbeginn das am schwersten von der "Enron-itis" getroffene Unternehmen. Die Angst vor Bilanz-Unstimmigkeiten hatte Investoren vergrault.

Zu den Werten, die der "Enron-itis" unbeschadet entgingen gehören die Defensivwerte, im besonderen die Konsumaktien. Deren nach wie vor stabile Ertragslage gefiel Investoren in einem ansonsten schwachen Umfeld. Am Morgen meldet Pepsi positive Zahlen: Der Getränkeriese, zu dessen Sortiment neben Soft Drinks auch Quaker Oatmeal und FritoLay Chips gehören, hat in den abgelaufenen drei Monaten 764 Millionen Dollar oder 42 Cent pro Aktie verdient, und den Gewinn damit um 16 Prozent gesteigert. Im Handel verliert Pepsi allerdings 4,5 Prozent, da Anleger Geld in den momentan günstigen Tech-Sektor verschieben. Auch Anheuser-Busch , die Brauerei hinter Amerikas meist verkauftem Bier, Budweiser, verliert leicht; das Unternehmen wird am Nachmittag Quartalszahlen vorlegen.

Der Telekomsektor, einer der schwächsten der letzten Handelstage, könnte zur Wochenmitte Verluste zumindest begrenzen. Denn nach der Global Crossing-Pleite und zahlreichen pessimistischen Ausblicken gibt es am Morgen wieder gute Nachrichten: Der drittgrößte US-Kabelnetzbetreiber, Comcast , hat im vierten Quartal zwar einen Verlust von 321 Millionen Dollar erwirtschaftet, diesen aber vor dem Hintergrund teurer Akquisitionen und Investitionen. Das Unternehmen kauft zum einen den Kabelbereich von AT&T, zum anderen werden die Kabelnetze mit hohem Aufwand modernisiert. Die Aktie gibt zunächst 2 Prozent ab.

Die Aktie von AT&T legt ihrerseits 1 Prozent zu. Das Unternehmen stellt am Morgen ein neues Tarifmodell vor, mit dem man seine Marktanteile vor allem im Bereich Ferngespräche ausbauen könnte.

Ein Upgrade stützt unterdessen die Aktie von Motorola : Die Analysten von Morgan Stanley werten das Papier als "Market Outperformer" und setzen das Kursziel auf 17 Dollar herauf. Sie sehen Wachstum vor allem in der Markteinführung neuer Handys begründet. Motorola legt vorbörslich 3,2 Prozent zu.

Der Pharmazeut ImClone macht frühe Verluste wett. Anteilseigner und Branchenriese Bristol-Myers Squibb fordert die Absetzung einiger Top-Manager und die Rechte am Krebsmedikament Erbitux abtreten. Seit US-Behörden im Dezember Untersuchungen gegen ImClone eingeleitet haben, hat sich die Aktie um mehr als zwei Drittel verbilligt. ImClone ist auf die Kooperation mit Bristol angewiesen, und wird den Forderungen wohl nachkommen. Anleger ziehen weitgehend mit, das Papier verliert nut noch 1 Prozent.

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