Arthur Andersen sieht BVB auf dem richtigen Weg
Beratungsfirmen sitzen beim Sport immer öfter mit im Boot

HB DÜSSELDORF. Ob Börsengänge, Stadionneubauten oder die Organisation von Großereignissen: Der Sport nimmt inzwischen längst Hilfe von Beratungsfirmen wie Arthur Andersen in Anspruch. Das Unternehmen kümmert sich im Firmenbereich Sports Consulting for Optimised Results and Efficiency (SCORE) um die Belange des großen Sports.

Zielgruppe von SCORE sind Verbände, Vereine aber auch einzelne Spieler. "Wir arbeiten als Beratungsfirma bei Bedarf für alle Seiten, wobei es aufgrund unserer Neutralität auch möglich ist, gemeinschaftliche Lösungen für verschiedene Parteien zu schaffen", erläutert Lutz Meyer, der Leiter der SCORE-Division. Domänen seien juristische, steuerliche und betriebswirtschaftliche Beratung, in diesen Feldern sind die Berater auch bei einzelnen Akteuren und Vereinen tätig.

Vor allem im internationalen Transfergeschäft kommt Arthur Andersen ins Spiel, denn auf Grund der Büros in allen wichtigen europäischen Ländern verfügt Arthur Andersen über die notwendigen Kenntnisse in den verschiedenen Ländern. Unter anderem war die Firma an der juristischen und steuerlichen Beratung des Figo-Transfers vom FC Barcelona zu Real Madrid beteiligt.

Auch bei den Olympischen Spielen in Sydney war das Unternehmen beteiligt. Das Organisationskomitee SOCOG wurde, wie bereits seit 1994, wieder von einem Andersen-Team unterstützt. Auf der To-Do-Liste standen die strategische Planung, die Auswahl von Controllern und Risikomanagern sowie der Aufbau der IT-Systeme. Gleichzeitig hat Arthur Andersen das Organisationskomitee auch bei der Auswahl der Sponsoren für das Team Millenium beraten, hier zahlte jedes Unternehmen 50 Millionen australische Dollar ein.

Die nächsten Aufträge sind bereits langfristig gesichert. Bei den Winterspielen 2006 in Turin ist das Unternehmen wieder als Beratungsteam dabei, zur Zeit betreut man die Bewerberkomitees von Paris (für die Sommerspiele 2008) und Vancouver/Whistler Mountain (für die Winterspiele 2010). Die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland wird dem Unternehmen ebenfalls neue Betätigungsfelder bringen. Bei den geplanten neuen Stadionbauten in Berlin und Frankfurt ist Andersen eingebunden, woanders laufen noch die Bewerbungsverfahren. "Der Neubau ist in einzelnen Fällen sinnvoll, nicht nur im Hinblick auf die WM 2006, wobei jedoch ein einziges Großereignis die Kosten für eine solche Investition nicht decken kann", meint Meyer. Denn die einzelnen Städte bekämen höchstens zwei oder drei Spiele. "Eine Hysterie ist natürlich diesbezüglich entstanden. Jede Stadt will von diesem Boom profitieren. Man muss jedoch genau analysieren, welche Auslastungen im Tagesbetrieb möglich sind", so Meyer. "Darüber hinaus müsse man sehen, das Stadien nur eingeschränkte Nutzungsmöglichkeiten hätten, so dass das Thema Wirtschaftlichkeitsanalyse im Vorfeld eine wichtige Rolle spiele.



Zukunftssicherung der Fußballvereine heißt: Börsengang

Um neue Finanzierungsquellen zur Zukunftssicherung geht es auch beim Börsengang von Fußballvereinen, wo Arthur Andersen unterstützend tätig ist. "Wenn die richtige Informationspolitik und die Wirtschaftlichkeit gegeben ist, ist die Börse ein optimales Pflaster, weil man darüber Expansion gestalten kann, insbesondere die Abkehr von einem reinen Fußballverein hin zu einen diversifizierten Wirtschaftsunternehmen", sagt Meyer.

Voraussetzung sei freilich eine professionelle Gestaltung der Clubs. "Es ist sinnvoller, einen hauptamtlichen Vorstandsvorsitzenden zu haben, der sich der bedeutungsvollen Aufgabe mit der dafür notwendigen Zeit und Energie widmen kann, als einen ehrenamtlich tätigen Präsidenten, der möglicherweise auch noch ein Unternehmen nebenbei zu leiten hat."

Der Aufbau weiterer Standbeine neben dem Fußball sei inzwischen überaus wichtig. "Es ist bedenklich, in welche Existenzängste Vereine gelangen, die zwar nicht absteigen, aber einen bestimmten internationalen Wettbewerb nicht erreichen. Hier müssen die Clubs eine höhere Stabilität erreichen", so Meyer. Borussia Dortmund sieht er mit einem eigenen Internetunternehmen und eigener Ausrüsterfirma auf dem richtigen Weg.

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