Arzneimittelkosten blieben Hauptproblem
Krankenkassen dementieren Beitragserhöhungen

Trotz der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Krankenkassen müssen ihre Versicherten vorerst nicht mit höheren Beiträgen rechnen.

HB/dpa BERLIN. "Wir haben zur Zeit keine Erhöhungen geplant", sagte der Sprecher des Bundesverbands der Innungskrankenkassen, Joachim Odenbach, am Donnerstag in Bergisch Gladbach bei Köln. Ähnlich äußerten sich die Deutsche Angestellten Krankenkasse (DAK), der AOK-Bundesverband, der Bundesverband der Betriebskrankenkassen (BKK) sowie der Verband der Angestelltenkrankenkassen.

Damit widersprachen sie Medienberichten, wonach die Versicherten angesichts eines deutlichen Defizits der Kassen im ersten Halbjahr mit Beitragserhöhungen rechnen müssen. Nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks und der "Süddeutschen Zeitung" dürfte das Minus bei den Kassen allein im ersten Halbjahr mehr als eine Milliarde Euro betragen. Zurückzuführen sei dies auf gestiegene Kosten für Arzneimittel, Krankenhausbehandlung und Arzthonorare.

Von Mitte des Jahres an seien wieder höhere Einnahmen zu erwarten, sagte ein DAK-Sprecher in Hamburg. Er rechne mit zusätzlichen Beiträgen etwa durch das Weihnachtsgeld von 350 bis 400 Millionen Euro. Die weiter steigenden Arzneimittelkosten blieben aber das Hauptproblem der Krankenkassen.

Als "eng" beschrieb auch die Sprecherin des AOK-Bundesverbands in Bonn die Lage der Kassen. "Wie es zum Jahresende aussieht, hängt von vielen Faktoren ab, und man muss abwarten." Odenbach meinte: "Das Minus ist deutlich. Wir gehen aber davon aus, dass unsere Kassen ihren Beitragssatz halten können." Allerdings gebe es keine Garantie, weil alle gesetzlichen Kassenarten unter finanziellen Druck stünden.

Auch ein BKK-Sprecher zeigte sich zuversichtlich, dass sein Verband den gegenwärtigen durchschnittlichen Beitragssatz von 13,1 Prozent halten wird. "Nach einer ersten vorläufigen Schätzungen stehen wir finanziell recht gut da", sagte er. Erhöhungen bei einzelnen der insgesamt 275 BKK-Mitgliedskassen wollte er dennoch nicht ausschließen.

Ebenso der Verband der Angestelltenkrankenkassen rechnet nicht mit Beitragserhöhungen. Bislang hätten die Kassen hohe Abschlagszahlungen in den Risikostrukturausgleich geleistet, sagte dessen Sprecherin. "Die überhöhten Zahlungen des ersten Halbjahres werden sich jedoch im Laufe des Jahres ausgleichen. Insgesamt können wir ein ausgeglichenes Ergebnis vorweisen", sagte sie. Deshalb seien Spekulationen über Beitragssatzerhöhungen verfehlt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%