Asamoah, Huth und Linke nachnominiert
Klinsmann entmachtet Kahn

Turbulenter Einstand des neue Bundestrainers: Vor seiner Premiere gegen Österreich hat Jürgen Klinsmann Michael Ballack zum neuen Kapitän bestimmt. Dazu verpasste er Sepp Maier eine Abmahnung - und fällte nach mehreren Absagen von angeschlagenen Nationalspielern weitere überraschende Personalentscheidungen.

HB NEU-ISENBURG. Mit der Berufung von Ballack legte der Bundestrainer am Montag die Rangordnung in der DFB-Auswahl neu fest. Zudem wies er Bundestorwarttrainer Sepp Maier in die Schranken, der ihn in einem Zeitungsinterview scharf kritisiert hatte.

Von den üblichen Personalsorgen seiner Vorgänger blieb allerdings auch der neue Hoffnungsträger Klinsmann zwei Tage vor seiner "Feuertaufe" gegen Österreich nicht verschont. Sowohl die Abwehrspieler Arne Friedrich und Jens Nowotny (beide Knieprobleme) als auch Stürmer Miroslav Klose, der sich bei der ersten Trainingseinheit in Frankfurt einen Pferdekuss im Oberschenkel einhandelte, fallen verletzungsbedingt für das Testspiel am Mittwoch (20.45 Uhr/ARD) in Wien aus. Dazu ist Thomas Brdaric noch angeschlagen. Klinsmann nominierte den Schalker Gerald Asamoah, den erst 19-jährigen Robert Huth (FC Chelsea) sowie den vor zwei Jahren zurückgetretenen Münchner Thomas Linke nach. "Ich habe ihn gebeten, noch einmal auszuhelfen", sagte Klinsmann. Als Perspektivspieler für die WM 2006 aber will sich Linke nicht mehr sehen: "2006 bin ich fast 37, da kommt die WM leider zu spät für mich."

Eine Entscheidung für die Zukunft ist die Wachablösung in der Kapitänsfrage. "Ich wünschte mir einen Feldspieler, der zu allen Mannschaftsteilen Verbindung hat und in schwierigen Phasen die Zügel in die Hand nimmt", begründete Klinsmann seine Entscheidung, die schon deshalb besonders pikant ist, weil damit die bei Bayern München von Trainer Felix Magath aufgestellte Hierarchie auf den Kopf gestellt wurde. "Das wird vom FC Bayern akzeptiert", betonte Klinsmann.

"Das ist eine große Ehre. Ich freue mich, dass der Trainer mir so viel Verantwortung überträgt", sagte Ballack, dessen 45. Länderspiel damit im Ernst-Happel-Stadion ein ganz besonderes wird. Grundsätzlich, so glaubt der 27-Jährige, werde sich aber für ihn nicht so viel ändern: "Ich bin nach außen hin nicht der Lautsprecher, aber meine Aufgabe war es immer, die Mannschaft zu führen."

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