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Asamoah und das Herz : „Habe keine Angst “

Mit großer Empörung hat Gerald Asamoah einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach er wegen seines angeborenen Herzfehlers in jedem Spiel für den FC Schalke 04 sein Leben riskiere.

dpa EDINBURGH. Mit großer Empörung hat Gerald Asamoah einen Medienbericht zurückgewiesen, wonach er wegen seines angeborenen Herzfehlers in jedem Spiel für den FC Schalke 04 sein Leben riskiere.

"Das ist totaler Schwachsinn und völlig übertrieben dargestellt", schimpfte der Nationalstürmer vor dem Uefa-Cupspiel bei Heart of Midlothian in Schottland. Vor sechs Jahren war beim Ex-Hannoveraner eine leichte Verdickung des Herzmuskels festgestellt worden. Seitdem steht er unter ständiger ärztlicher Kontrolle. "Aber an meine Erkrankung denke ich praktisch gar nicht. Wenn ich ständig Angst vor dem Tod hätte, könnte ich mich doch überhaupt nicht auf Fußball konzentrieren", sagte er der dpa.

Die Zeitschrift "Sport-Bild" hatte in ihrer aktuellen Ausgabe Asamoahs Herzerkrankung mit der des in der vergangenen Woche bei einer Ligapartie in Brasilien verstorbenen Abwehrspielers Serginho verglichen. Bei der TV-Übertragung ("Die Bilder waren ein echter Schock") sei der deutsche Nationalspieler "mit dem eigenen Schicksal konfrontiert" worden. Asamoahs Freundin Linda lebe nach dem jüngsten Todesfall in Angst um den 26-Jährigen, schrieb das Blatt. "Natürlich war ich, wie andere auch, schockiert, als ich Bilder von Serginho sah", meinte Asamoah, stellte aber klar, dass "unsere beiden Krankheiten überhaupt nicht miteinander zu vergleichen sind".

Auch die Behauptungen, die Ärzte hätten ihm nach der Entdeckung seiner Erkrankung geraten "nie wieder zu spielen", er aber schlage derlei Warnungen in den Wind, wies der Fußballprofi zurück. "Das ist totaler Quatsch. Ich haben kein schwaches Herz, sondern bin gesund. Das Risiko, das mir auf dem Platz etwas passiert, liegt weit unter einem Prozent. Ich habe mich damals von Spezialisten in den USA untersuchen lassen und werde von Kardiologen jedes Jahr mehrfach komplett durchgecheckt. Zudem nehme ich regelmäßig Tabletten", erklärte Asamoah. Er sei sich des "minimalen Restrisikos" bewusst, lebe aber ebenso wenig in ständiger Furcht wie seine Freundin.

Um allen Eventualitäten vorzubeugen, gibt es seit 1998 auf Schalke (und inzwischen in vielen anderen Stadien) Defibrillatoren. Diese Wiederbelebungsgeräte wurden aber schon vor Asamoahs Wechsel ins Revier auf Initiative von Clubarzt Thorsten Rarreck angeschafft und stehen bei Zwischenfällen selbstverständlich auch Fans und anderen Personen zur Verfügung. "In der Arena gibt es ungefähr 20 Stück. Ein Gerät liegt stets in meinem Auto und ein weiteres habe ich immer bei mir, auch beim Training", erläuterte Rarreck. Selbst auf Reisen - wie jetzt nach Edinburgh - trägt er ein transportables Gerät immer bei sich.

Der Mediziner erregte sich zudem über den von der Zeitschrift erweckten Eindruck, beim FC Schalke würden sich lebensbedrohliche Krankheiten und Verletzungen in letzter Zeit gefährlich häufen. Den Schlaganfall des 73-jährigen Teambetreuers Charly Neumann, die Leberkrankheit von Marco van Hoogdalem, die Herzattacke bei Fitnesscoach Christos Papadopoulos, die Halswirbelverletzung von Kristijan Djordjevic und Ebbe Sands Hirnhautentzündung können laut Rarreck "nicht in einem Atemzug" genannt werden. Rarreck: "Asamoah hat ein funktionell völlig intaktes Herz. Es ist medizinisch alles abgeklärt. Daher besteht kaum eine Gefahr für ihn."

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