Ascom bekommt die Technik nicht in Griff
Internet aus der Steckdose vor dem Aus

Der Datenstrom aus der Steckdose versiegt. In der vergangenen Woche hat sich der Energieversorger Eon still und leise aus dem Geschäft mit dem Internetzugang per Stromleitung zurückgezogen.

Nun scheint auch Stromkonzern EnWB die Lust an Powerline zu verlieren. Ein Sprecher der EnWB-Tochter Tesion berichtet über die gleichen Probleme mit der Technik, die auch Eon zur Aufgabe getrieben haben.

Ebenso wie die Techniker des Eon-Ablegers Oneline bekommen die Ingenieure beim Telekomausrüster Ascom in der Schweiz die gefürchtete Störstrahlung nicht in den Griff. Die Übertragungsgeräte senden höhere Signale als es die von der Regulierungsbehörde für Telekommunikation festgelegten Grenzwerte erlauben. Tesion als auch Powerline-Anbieter RWE-Plus beziehen die Datenmodem von Ascom, der inzwischen in Europa der einzige Powerline-Entwickler ist.

Somit dauert es immer länger bis die Anbieter der ansonsten recht pfiffigen Technik im Markt richtig durchstarten können. Der Vorteil der Datenübertragung über die Stromleitung besteht vor allem darin, dass man zur Vernetzung der Rechner keine Kabel verlegen muss. Ein Modem in der Steckdose sollte ausreichen, um mit mehrfacher ISDN-Geschwindigkeit im weltweiten Datennetz zu surfen.

Lange Zeit waren Breitbandzugänge zum Internet rar. Inzwischen gibt es jedoch mehrere Alternativen für den schnellen Internetzugang. So baut die Telekom mit Hochdruck ihre DSL-Technik aus, mit der Daten mit hoher Geschwindigkeit über das Telefonkabel übertragen werden können. Anzeigenkampagnen sorgen dafür, dass die Nachfrage nach DSL größer ist als das Angebot. Außerdem werden in einigen Bundesländern die Kabelnetze zur Datenbahn ausgebaut. Da schwinden die Markt-Chancen für die Powerline-Anbieter und es dürfte nicht mehr lange dauern bis auch die letzten Powerline-Optimisten bei EnWB und RWE die Segel streichen.

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