Asien-Fonds
Fonds suchen Aktien mit guter Marktposition

Kaufhäuser, Immobilienfirmen, Sicherheitsdienstleister: Ostasienfonds setzen nicht nur auf die großen Exportunternehmen. Fondsmanager suchen Unternehmen die über "pricing power" verfügen.

fw DÜSSELDORF.Wer einen Tintenstrahldrucker kauft, wundert sich hinterher, wie viel er für die Farbpatronen bezahlen muss. Aber meist bleibt ihm keine Möglichkeit, auf ein billigeres Produkt auszuweichen, weil sein Drucker eben diese teuren Patronen benötigt.

Mit diesem Beispiel erklärt Fondsmanager Vincent Strauss, was er unter "pricing power" versteht: die Stärke, hohe Preise durchzudrücken. Für seinen Fonds, den Comgest Asia, sucht er gezielt nach Unternehmen, die über diese Stärke verfügen - entweder international oder auf ihrem jeweiligen Heimatmarkt. Beispiele sind Canon - ein Riese im Druckergeschäft und der Pharmakonzern Takeda.

Aber nur knapp die Hälfte des Fondsvermögens liegt in Japan. Eine wichtige Rolle spielt auch Korea. Dort hat der Fonds unter anderem mit dem Kaufhauskonzern Shinsigai viel Geld verdient: Er stieg im September 2000 bei der damals weitgehend unbekannten Firma ein, die damals ein Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 5,5 hatte.

Inzwischen liegt das KGV bei 12, und der Wert ist in Mode gekommen - Grund genug für Strauss, langsam wieder auszusteigen. Eine weitere wichtige Firma für seinen Fonds heißt S1 - sie ist in Südkorea Marktführerin unter den Sicherheits- und Bewachungsunternehmen - ein Markt mit wenigen Anbietern und entsprechend guten Gewinnmargen. "Wir lieben solche Unternehmen. Wir lehnen uns an die Investmentphilosophie von Warren Buffett an", sagt Strauss - der legendäre US-Milliardär wurde reich mit einer sehr vorsichtigen Anlagepolitik, die wenig auf Modetrends und viel auf gesunde Unternehmensdaten und nachvollziehbare Geschäftsmodelle setzt.

Die Fondsgesellschaft Comgest sitzt in Paris und gehört ihren Gründern und Mitarbeitern. Sie meidet nach eigener Aussage Aktien, die stark von Konjunkturzyklen abhängig sind und sucht nach interessanten Unternehmen, ohne auf spezielle Länder- oder Branchentrends zu spekulieren. Ein Teil des Vermögens ist auch in China investiert, zum Beispiel in Versorgerunternehmen.

Bei den reinen Japanfonds liegt mit J.P Morgan einer der großen der Finanzbranche an der Spitze. Auch bei diesem Fonds spielen die Aktien von Takeda und Canon eine große Rolle. Insgesamt liegt der Branchenschwerpunkt bei "elektrischen Geräten", wozu außer Canon zum Beispiel auch TDK gehört.

Langfristige Perspektiven zählen

Lilian Haag, bei der DWS für die Japanfonds zuständig, nennt als Beispiele für Unternehmen mit guten langfristigen Perspektiven neben Canon auch Toyota und Honda. "Sony schätze ich eher neutral ein", setzt sie hinzu. Der Konzern profitiere von dem Boom bei elektronischen Spielen. Die Aussichten seien aber nicht ganz einfach. Als Beispiel nennt sie den Bereich Video on demand, also den künftig geplanten Abruf von Spielfilmen über das Internet. "Da könnte es ähnliche Probleme mit illegalen Kopien geben wie im Musikbereich, und das schränkt die Gewinnmöglichkeiten ein", sagt sie.

Kurzfristig hat Haag den Anteil der großen Exportunternehmen etwas zurückgefahren. "Die haben sich Jahre lang relativ gut entwickelt, aber seit etwa einem Quartal laufen sie nicht mehr so." Sie setzt zurzeit stärker auf Aktien, die von einer stärkeren Binnennachfrage und einem Rückgang der Deflation, also des schleichenden Preisverfalls in Japan, profitieren. Dabei hat sie vor allem den Handel im Blick, zum Beispiel die große Warenhauskette Ito Yokado, außerdem die Immobilien- und die Verkehrsbranche.

Bei konjunkturellen Aufschwüngen der Vergangenheit sei die Deflation stets zurückgegangen, erläutert sie. Dieser Effekt sei auch jetzt zu erwarten. Der grundsätzliche Abwärtstrend der Preise wird nach ihrer Einschätzung allerdings nicht so bald gebrochen. Sie betont auch.: "Die strukturellen Probleme Japans sind nicht überwunden." Dennoch glaubt sie, dass Japan verglichen mit den USA und Europa von den Aussichten am Aktienmarkt her "die am wenigsten schlechte Wahl ist".

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