Asiengeschäft
BASF kann Gewinnziel kaum noch erreichen

BASF-Chef Jürgen Strube hat gestern im ostchinesischen Nanjing eingeräumt, dass der Chemiekonzern nach den Terror-Attacken seine mittelfristigen Gewinnziele wohl nicht mehr erreichen kann.

mg PEKING. Das Betriebsergebnis vor Sondereinflüssen sollte den bisherigen Planungen zufolge von 2000 bis 2002 im Schnitt um 10 % pro Jahr steigen. Noch im August hatte Strube die Einhaltung dieses Ziels als möglich bezeichnet, falls in der Mehrheit der OECD-Länder spätestens zum Jahreswechsel eine wirtschaftliche Wende eintritt. "Wir können einen Aufschwung nun nicht vor 2002 erwarten", sagte Strube bei der Grundsteinlegung für Verbundanlage, die BASF gemeinsam mit dem chinesischen Mineralölkonzern Sinopec in Nanjing errichtet. Die derzeitige Krise trifft viele Chemiehersteller: Die deutsche Degussa AG schließt nicht mehr aus, ob sie für dieses Jahr eine Gewinnwarnung herausgibt.

Strube erklärte, dass als Folge der Terror-Angriffe nun alle großen Projekte und Standorte im Konzern neu ausgeleuchtet werden sollen. Bei der Grundsteinlegung kündigte Asien-Vorstand Helmut Becks aber den zeitigen Betriebsbeginn für die 2,6 Mrd. $ teure Verbundanlage bis Ende 2004, Anfang 2005 an. Auch die zweite große Verbundanlage der BASF in Asien, die in Malaysia mit dem Petronas-Konzern gebaut und in der ersten Phase bereits betrieben wird, verläuft nach Plan.

Das Ziel des Konzerns, bis 2010 in Asien-Pazifik größter ausländischer Chemie-Investor zu werden und dort 20 % des Gruppenumsatzes zu erwirtschaften, erweist sich zunehmend als ehrgeizig. Zwar sollen in Asien bis 2005 rund 3 Mrd. Euro investiert werden und der Umsatz im laufenden Jahr die Vorjahreshöhe von 5 Mrd. Euro erreichen. Doch Asien dürfte unter einer Rezession in den USA besonders leiden.

Das erste Halbjahr hat BASF in Asien glatt enttäuscht. Der Konzern verdiente in der Region lediglich 20 Mill. Euro nach Steuern. Becks erklärt dies mit hohen Anlaufkosten für Großprojekte sowie Abschreibungen. Doch das Fazit für das regionale Geschäft ist viel sagend: "Nach Jahren beachtlicher Steigerungsraten ein harter Schlag."

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