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Asiens Aktien sind wieder interessant

Die vergangenen Monate waren schmerzhaft für Anleger in Fernost. Doch langsam macht sich wieder Optimismus breit

HB DÜSSELDORF. "Das Schlimmste liegt hinter uns", glaubt Mark Konyn, Direktor von Dresdner RCM in Hongkong, "und in Asien werden sich in der zweiten Jahreshälfte viele Anlagechancen auftun". Konyn erwartet, dass Großanleger ihre Portfolios bald neu ausrichten und den fernen Osten darin stärker gewichten werden. Seinen Asien-Optimismus begründet er damit, dass die Zinsängste weltweit zunehmend abflauen. Dies mache den Blick frei auf die Fundamentaldaten der Unternehmen - und diese seien Asien sehr gut. Vor allem Exportwachstum und ein starker Anstieg der Unternehmensgewinne machen die Region für Konyn derzeit interessant.

Dresdner RCM rechnet damit, dass asiatische Unternehmen in diesem Jahr ihre Gewinne pro Aktie deutlich steigern können: in China um 36,8 %, in Korea um 25,5 % in Taiwan um 22 %, in Singapur um 20 %, in Malaysia um 18,2 % und in Hongkong um 16,8 %. Korea und Taiwan sind für Konyn derzeit die interessantesten Märkte in Asien; vor dem Hintergrund der Gewinnerwartungen seien viele Aktien dort billig zu haben. Durch den WTO - Beitritt und den Wirtschaftsaufschwung werde China bald wieder auf den Radarschirmen internationaler Anleger erscheinen, so Konyn, der seine China-Positionen ausbaut.

Ausbau der China-Positionen

Gute Anlagechancen sieht er in allen Branchen, besonders favorisiert er derzeit chinesische Unternehmen, die in Hongkong börsennotiert sind, vor allem Telekomwerte. Neben Technologie-Titeln übergewichtet Konyn zinssensible Werte in seinem Asien-Portfolio. Immobilien-, Bank- und Finanz-Werte würden bald wieder zulegen, wenn die Zinsängste weiter abnehmen. Zwei Risiken lasten laut Konyn jedoch weiter auf Asiens Märkten: Ein Nachlassen des Konsums in den USA, der die Exporte aus der Region treffen würde, und die Gefahr eines Konjunktureinbruchs in Japan. Dort sei "das Schlimmste vielleicht noch nicht vorbei".

Auch Salomon Smith Barney glaubt, dass sich in Asien das Rad derzeit wieder zu Gunsten von zinssensiblen Titeln dreht. Weil jedoch die Fundamentaldaten von Banken und Immobilienkonzernen oft zu wünschen übrig ließen, rät Salomon dazu, sich auf die auf wenige Qualitätstitel zu beschränken. In Hongkong empfiehlt der Investmentarm der Citibank die HSBC-Aktie (Outperform, geringes Risiko) und Bank of East Asia (Kauf, geringes Risiko); In Singapur OCBC (Kauf, geringes Risiko) und UOB (Kauf, geringes Risiko). Bei Immobilientitel favorisiert Salomon Werte aus der zweiten Reihe, die erheblich unter ihrem Substanzwert gehandelt werden, wie Kerry Properties (Outperform, mittleres Risiko) und Hysan (Outperform, geringes Risiko). Hongkong Land (Outperform, geringes Risiko) ist für das Analystenteam "einer der sichersten Tips unter den Immobilientitel". Die Bürogebäude in bester Lage erlaubten dem Konzern, eine Krise besser abzufedern, wenn sich ein Umschichten in Immobilientitel als verfrüht erweise.

Unter den Technologiewerten gefallen Salomon Taiwans große Kontrakt-Chip-Produzenten. Sie dürften weiter von dem globalen Trend zum Outsourcing in der Branche profitieren. United Micro Electronics (UMC) und Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) bewertet die Bank beide als "Kauf" mit mittlerem Risiko. Von UMC erwartet sie jedoch aufgrund eines besseren Produkt-Mix höhere Margen.

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