Asiens Wechselkurse im Fokus
G-7 blicken nach Asien

Nach den Worten von EZB-Ratsmitglied Yves Mersch wird die Frage nach flexibleren Wechselkursen der asiatischen Länder in der Abschlusserklärung des G-7 Treffens am Samstag in Dubai thematisiert werden.

HB DUBAI. Der Kurs des Euro zum Dollar hat sich vor dem Treffen der Finanzminister der sieben größten Industrienationen (G-7) in Dubai wenig verändert. Großes Interesse gilt erneut dem Yen-Kurs, der sich zum Dollar aber ebenfalls stabilisierte.

"Wir erwarten nicht viel von der offiziellen Schlusserklärung des G-7-Gipfel, aber US-Finanzminister John Snow könnte die asiatischen Notenbank erneut auffordern, sich vom Markt fernzuhalten", sagte Devisenspezialist Derek Halpenny von Bank of Tokyo-Mitsubishi. Auch andere Börsianer rechneten wegen der Interventionen der vergangenen Monate mit Kritik der übrigen G-7-Staaten an Japan. "Die Marktteilnehmer werden sich stärker des Risikos bewusst, dass es für die japanische Notenbank schwierig werden könnte, an den Devisenmärkten zu intervenieren", sagte Tohru Sasaki, Chef-Devisenstratege bei JP Morgan Chase in Tokio.

Die japanische Notenbank hat in diesem Jahr bereits für die Rekordsumme von neun Billionen Yen (rund 70 Milliarden Euro) US-Dollar gekauft, um damit eine weitere Aufwertung ihrer Valuta zu verhindern. Ein steigender Yen-Kurs verteuert Ausfuhren in den wichtigen Export-Markt USA.

Am Vormittag kostete der Dollar 115,18/21 Yen, nachdem er zuvor unter die psychologisch wichtige Marke von 115 Yen gerutscht war. Börsianer begründeten den Fall der US-Valuta auf den niedrigsten Stand seit Februar 2001 damit, dass Anleger davorn ausgingen, dass die japanische Notenbank unmittelbar vor dem G7-Gipfel nicht in den Markt eingreifen wolle, um keine zusätzliche Kritik aufkommen zu lassen. In den vergangenen Wochen hatten Investoren auf Grund der vergleichsweise guten Konjunkturaussichten in Japan dort vermehrt Kapital angelegt und damit die Nachfrage nach der japanischen Währung angeheizt. Der Euro kostete am Freitag 1,1280/83 Dollar, nach einem Stand von 1,1247/51 Dollar bei Handelsschluss in New York am Vortag.

Asiatische Wechselkurse thematisiert

Nach den Worten von EZB-Ratsmitglied Yves Mersch wird die Frage flexiblerer Wechselkurse der asiatischen Währungen ein Thema der G-7-Abschlusserklärung. Neben Japan drängen die USA und Europa auch China dazu, eine Aufwertung ihrer Valuta zum Dollar zuzulassen. Durch die Koppelung des Yuan an die US-Währung werde der Wechselkurs künstlich niedrig gehalten. China verschaffe sich damit einen unfairen Handelsvorteil. China lehnte eine Abkehr von der Bindung des Yuan am Donnerstag allerdings erneut ab. Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist für einen allmählichen Übergang asiatischer Länder zu flexiblen Wechselkursen.

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