Assauer bestätigt nicht
Magath ist neuer Trainer-Favorit „auf Schalke“

Bei der Suche nach einem neuen Trainer ist der FC Schalke 04 offenbar beim Bundesliga-Konkurrenten VfB Stuttgart fündig geworden. Fast alles deutet darauf hin, dass Felix Magath zur kommenden Saison Nachfolger des scheidenden Teamchefs Marc Wilmots wird.

HB/dpa GELSENKIRCHEN/STUTTGART. Zwar wollte Rudi Assauer den überraschenden Deal am Donnerstag nicht bestätigen, aber die Andeutungen des seit langem erstmals wieder gut gelaunten und entspannt wirkenden Schalker Managers waren vielsagend. "Ich gebe keine Wasserstandsmeldungen. Ich halte mich bedeckt, bis die Tinte trocken ist", sagte Assauer.

Der 49 Jahre alte Stuttgarter Teammanager Magath machte trotz einer überaus erfolgreichen Saison (Platz drei in der Bundesliga) aus seiner Unzufriedenheit mit der finanziellen Lage und der Personalpolitik keinen Hehl. "Ich denke nicht daran, irgendwelche Verträge zu brechen, aber ob ich nächste Saison noch Trainer oder Teammanager bin, kann ich wirklich nicht sagen", sagte Magath am Donnerstag. Geradezu nebulös der Satz: "Ich kann mit Gewissheit sagen, dass ich mit keinem Verein im Jahr 2003 Vertragsgespräche geführt habe. Das bleibt auch mit Sicherheit bis Samstag, 17.15 Uhr, so."

Je eher, desto besser

Möglich, dass die neue Partnerschaft zwischen Schalke und Magath, der aus dem beim VfB noch bis 2004 laufenden Vertrag herausgekauft werden müsste, bereits direkt nach dem letzten Saisonspiel der "Knappen" gegen Bayern München am Samstag in der ausverkauften Arena bekannt gemacht wird. Assauer kündigte zumindest an, dass man sich mit der Entscheidung nicht viel Zeit lassen werde. "Je eher, desto besser", meinte der Manager. "Ich weiß nicht, ob es schon in der nächsten Woche passieren wird."

Der "Stuttgarter Zeitung" hatte Magath geklagt: "Ich hatte immer die Hoffnung, dass es der Vereinsführung gelingt, die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch ohne die Champions League zu verbessern - doch diese Hoffnung ist leider nicht in Erfüllung gegangen. Ich kann mit keinem verhandeln, wenn ich nicht weiß, wie viel Geld der Verein investieren will."

Er gehe davon aus, "dass ich das Ländle diese Woche nicht mehr verlasse". Und in der nächsten Woche? "Wo ich da sein werde, kann ich noch nicht sagen", meinte Magath, für den der finanziell und personell besser ausgestattete Revier-Club ein weiterer Meilenstein in seiner Trainerkarriere wäre. "Sportlich sind wir beim VfB erfolgreich und wir haben viele Sympathien. Aber das alles hat man bisher nicht genutzt", kritisierte Magath. "Der Verein hat nicht so gehandelt, wie es in der Branche üblich ist."

Magath passt ins Profil

Disziplin-Fanatiker Magath würde genau ins Schalker Anforderungsprofil passen. "Wir holen einen gestandenen Trainer, der deutsch spricht", hatte Assauer betont, nachdem die Experimente mit dem unerfahrenen Frank Neubarth sowie Interims-Teamchef Wilmots in dieser Saison gescheitert waren. Und die zuletzt häufig an Undiszipliniertheiten gescheiterte Mannschaft verlangt geradezu nach einer harten Hand. "Wir brauchen einen sehr starken Trainer, der wieder Disziplin in die Truppe bringt", betonte Teammanager Andreas Müller.

Sicher ist: Christoph Daum ist kein Thema mehr. "Er hat von Schalke kein Angebot erhalten", bestätigte Assauer am Donnerstag, nachdem der derzeitige Trainer von Austria genervt bereits einen Schlussstrich unter das Hick-Hack gezogen hatte: "Ich habe Assauer klipp und klar gesagt, dass ich nicht zur Verfügung stehe. Ich habe leider mit ihm ein paar, wie ich meinte, sehr freundschaftliche Gespräche geführt. Er hätte genug Chancen gehabt, einige Dinge auszuräumen. Stattdessen hat er immer wieder neue diskreditierende Dinge vorgebracht. Er hat mit meinem Namen gespielt." Aus dem "Kreis der Verdächtigen" ausgeschieden sind neben Otto Rehhagel wohl auch die Niederländer Louis van Gaal, Johan Neeskens (Nijmegen) und Martin Jol (Waalwijk) sowie Christian Groß (Basel) und Jupp Heynckes (Bilbao).

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