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"Assauer und ich funken auf einer Wellenlänge"

Jupp Heynckes freut sich auf die Zusammenarbeit mit Manager Rudi Assauer und will den FC Schalke 04 mit Enthusiasmus, Ehrgeiz und Akribie zurück in die Erfolgsspur führen.

dpa DüSSELDORF. "Assauer und ich sind Kinder der Bundesliga. Fußball ist unser Lebensmittelpunkt. Ich habe ein sehr gutes Gefühl, was unsere Zusammenarbeit betrifft. Wir funken auf einer Wellenlänge", sagte der künftige Trainer des Revierclubs in mehreren Zeitungsinterviews (Donnerstag-Ausgaben).

Der 58 alte Fußball-Lehrer, der am kommenden Dienstag in Gelsenkirchen offiziell vorgestellt wird, will den in der Vorsaison in sportliche Schieflage geratenen Verein zurück in die Spitze führen. "Ich bin felsenfest überzeugt, dass wir sehr gut harmonieren und zusammen alles dafür tun, dass Schalke in die Erfolgsspur zurückkehrt", sagte Heynckes dem "Kicker".

Viele Faktoren hätten den Ausschlag für sein Bundesliga-Comeback nach acht Jahren in Spanien und Portugal gegeben, erläuterte der Coach, der zuvor mit seinem jetzigen Club Athletic Bilbao noch einen UEFA-Cup-Platz erreichen will. Ihm habe imponiert, dass er von Anfang an Assauers "Wunschkandidat" gewesen sei. Der Manager habe ihn bei den Gesprächen sehr beeindruckt. Er wünsche sich, dass Assauer entgegen seiner erklärten Absicht weiter auf der Trainerbank sitze. "Ich habe ihm gesagt, da gehörst du hin", verriet Heynckes der "Welt". Nur über die Sitzordnung müsse man vor jedem Spiel neu verhandeln. "Bei dem Zigarrenqualm müssen wir natürlich sehen, woher der Wind weht, damit ich nicht zugenebelt werde."

Weitere Gründe für den Wechsel seien die Faszination des Traditionsvereins mit der tollen Arena, den unglaublichen Emotionen und Fans gewesen. "Diese Emotionen schrecken mich nicht ab, sondern ziehen mich an. Schalke ist Fußball pur. Ich will mit der Mannschaft genauso gut werden wie Schalkes Fans. Wenn wir das schaffen, sind wir auch sportlich spitze", meinte er im "Bild"-Interview.

Zudem habe es ihn und seine Ehefrau Iris nach Deutschland zurück gezogen. In Mönchengladbach besitzt die Familie nach wie vor ein Haus. "Wenn man so lange im Ausland gewohnt hat, wird man irgendwann müde, immer wieder die Möbelpacker kommen zu lassen. Andererseits wird man leicht nostalgisch. Meine Heimat ist Deutschland."

Dass er hier zu Lande als Disziplin-Fanatiker, leicht verklemmt und arrogant gelte, ist für Heynckes ein Klischee. "Man schätzt mich falsch ein. Ich bin konsequent, aber nicht dumm. Ich will mündige Spieler, keine Duckmäuser. Ich werde in erster Linie den Dialog mit den Spielern suchen. Es gibt Menschen, die ein natürliches Empfinden für Autoritäten haben, und Menschen, denen man vielleicht helfen muss, diese zu akzeptieren", sagte Heynckes.

Obwohl ihm kein Urlaub bleibt, will Heynckes sich von Montag an in die tägliche Arbeit beim neuen Arbeitgeber stürzen. "Ich will mir ein Bild machen vom Kader, von den Charakteren - dann kann man interne und externe Ziele formulieren." Positiv sei, dass man drei Wochen Vorbereitung bis zum ersten Pflichtspiel habe, um die konditionelle Basis zu legen: "Wir werden im UI-Cup gefordert."

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