Assekuranzen müssen Terror-Policen bis Ende Februar vorlegen
Terrorgesetz setzt US-Versicherer unter Zeitdruck

Wie hoch ist das Risiko für einen neuen Anschlag? Versicherungen in den USA stehen unter Zeitdruck, das festzustellen, um die Prämien für Terror-Versicherung festzulegen.

NEW YORK. Die US-Regierung hat Ende November auf Druck der Versicherer ein Gesetz entlassen, nach dem sich die Regierung mit bis zu 100 Mrd. $ an den Kosten beteiligen wird, die den Versicherern durch Terrorismus entstehen. Das Gesetz sieht aber auch vor, dass die Versicherungen innerhalb von 90 Tagen nach der Unterschrift des US-Präsidenten George W. Bush vom 28. November, ihren Kunden Angebote vorlegen müssen. Dabei sind alle Gebäudeversicherer verpflichtet, auch Terrorpolicen anzubieten. Nach den Anschlägen vom 11. September hatten viele Versicherer Terror-Abdeckung aus ihren Policen gestrichen oder nur zu hohen Preisen angeboten. Die Versicherungs- Schäden der Anschläge werden auf 40 Mrd. $ geschätzt.

Doch die Umsetzung des neuen Gesetzes gestaltet sich schwierig. Die Versicherungen müssen die Prämien ohne viele Anhaltspunkte kalkulieren. "Es ist schwierig, Modelle zu entwickeln, wenn man kaum eine Datenbasis hat", sagt Marc Lescault, zuständig für das Versicherungsgeschäft des Rückversicherers Swiss Re in den USA. Lescault weist jedoch darauf hin, dass das Gesetz die Erstversicherer und nur indirekt die Rückversicherer betrifft.

Die Immobilien-Lobby hat das Gesetz begrüßt, da damit die Versicherungen zumindest Angebote für alle Gebäude vorlegen müssen. Einige Prestige-Objekte hatten nach dem 11. September gar keine oder nur noch unzureichende Angebote bekommen. "Wie glauben, das wird das Angebot und den Zugang zu Terror-Versicherungen erhöhen", sagte Warren Wechsler, Sprecher des Real Estate Board of New York.

Doch Beobachter schätzen, dass die Prämien hoch ausfallen werden. Das neue Gesetz sieht keine Richtlinien für die Höhe der Prämien vor. Die Preise werden sich daher in den kommenden Monaten einpendeln müssen. "Das Risiko ist astronomisch", sagte ein Sprecher der Amerikanischen Insurance Association. "Es ist eine sehr schwierige Herausforderung, die Regeln für die Policen zu bestimmen. Terrorismus ist immer noch ein extrem schwierig kalkulierbares Risiko", sagte er.

Auch Bob Hartwig, der Chef-Ökonom des Insurance Information Institut, einer Industrievereinigung, rechnet mit hohen Prämien. "Das Gesetz hat nicht die wirtschaftlichen Gesetze für Versicherungen entkräftet, sagte er.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%