Astra fordert Golf heraus
Weltpremieren in Serie auf der IAA

Mit einer Serie von Welt-, Europa- und Deutschland-Premieren will die Autoindustrie bei der 60. Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) im September Zuversicht in die Wirtschaftsentwicklung demonstrieren.

HB/dpa FRANKFURT. Chrom-glänzende, PS- starke und normalen Preisregionen entrückte Luxusvehikel sollen viele Besucher der Frankfurter Messehallen zum träumen verleiten. Die wirtschaftlich entscheidenden Premieren der größten Autoschau der Welt aber gibt es vom 11. bis 21. September in der Kompaktklasse zu sehen: Opels dritte Generation des Bestsellers Astra und die fünfte Auflage des Marktführers VW-Golf.

Der Zweite ist der erste Verlierer. Das wissen die Rüsselsheimer Autobauer nur zu gut. Mit dem Astra III rechnen sie sich für den neuen Angriff auf den Golf bessere Erfolgschancen als früher aus. Die klar gezeichnete Karosserie soll mehr Dynamik und Eigenständigkeit vermitteln. Auch technisch hat der Neuling viel zu bieten. Ein Fahrwerkssystem mit elektronischer Dämpferkontrolle soll bessere Fahreigenschaften ermöglichen. Der Astra III startet im Frühjahr 2004 als Fünftürer, die weiteren Varianten folgen in kurzen Abständen nach. Blickpunkte bei Opel sind zudem die Kombiversion des Vectra und die Studie eines möglichen Omega-Nachfolgers. "Zur Gesamtkompetenz einer Generalisten-Marke gehört auch ein echtes Topmodell", betonte Opel-Chef Carl-Peter Forster.

Während Opel beim Astra auf ein völlig neues Design setzt, zählt in Wolfsburg bei allem technischen Fortschritt die Optik der Beständigkeit. "Ein Golf hat wie ein Golf auszusehen", erklärte VW - Chef Bernd Pischetsrieder unmissverständlich. Seit 1974 ist das "Spiegelbild der Marke" (Pischetsrieder) um 50 Zentimeter auf 4,20 Meter gewachsen und ist damit schon fast zu groß für die eigene Klasse. Die Front wurde beim neuen Modell stärker konturiert, die Scheinwerfer größer, aber das Auto bleibt auch in neuen Generation sofort als Golf erkennbar. Der ab Spätherbst lieferbare Golf kommt serienmäßig mit sechs Airbags, fünf Kopfstützen und einem überarbeiteten Stabilitätsprogramm ESP.

Mehr Beachtung als das jüngste Golf-Derivat Touran dürfte einem anderen Spross aus der großen VW-Familie entgegen gebracht werden. Auf Basis des Golf V entwarf Seat ein "Multisports Vehicle" (MSV) mit schwungvollem Desing. Der Spanier soll sportlicher positioniert werden als der eher als langweilig gescholtene Touran. In der Deutschland-Zentrale von Seat in Mörfelden-Walldorf hält man eine Cupra-Version mit über 200 PS für denkbar.

BMW baut die X-Reihe aus und präsentiert den X3. Die Münchner griffen Designelemente des Dreier Touring und des X5 auf. Allradantrieb mit dem so genannten "X-Drive" soll die Motorkraft stufenlos zwischen Vorder- und Hinterachse verteilen. Der Kofferraum ist größer als beim X5, zwei Sechszylinder-Motoren (Benzin und Diesel) sollen für angemessenen Vortrieb sorgen. Mit dem 645 Ci präsentieren die Münchner außerdem wieder ein Coupé der Oberklasse. Der 2+2-Sitzer soll Sportlichkeit und Komfort verbinden.

Auch der schwäbische Rivale DaimlerChrysler setzt auf Sportlichkeit und zeigt den Supersportwagen SLR. Der 441 kW/600 PS starke zweisitzige Renner soll die Brücke schlagen zwischen den Rennwagen der fünfziger Jahre und dem aktuellen Formel-1-Engagement. In ähnlichen Bereichen wird sich auch die Studie eines RSR genannten Mittelmotor-Sportwagens bei Audi bewegen. Ein Zehnzylinder-Motor soll den Sportwagen antreiben, der in wesentlichen Teilen mit dem Lamborghini Gallardo verwandt ist. Beide Fahrzeuge sind für das breite Publikum ebenso unerschwinglich wie der Bugatti Veyron aus dem Hause VW, der rund 1,6 Mill. ? kosten soll.

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