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Astra Zeneca erwägt Marktboykott in Deutschland bei Blutfettsenker Crestor

Der Pharmakonzern Astra Zeneca droht damit, seinen Blutfettsenker Crestor nicht auf dem deutschen Markt einzuführen, wenn sich dafür kein attraktiver Preis erzielen lassen sollte.

dpa-afx FRANKFURT. Der Pharmakonzern Astra Zeneca droht damit, seinen Blutfettsenker Crestor nicht auf dem deutschen Markt einzuführen, wenn sich dafür kein attraktiver Preis erzielen lassen sollte. "Wir müssen in diesem Zusammenhang eine rationale, ökonomische Entscheidung treffen", zitiert die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (Donnerstagausgabe) Astra-Zeneca-Finanzvorstand Jonathan Simonds. Sein Unternehmen müsse dabei auch beachten, dass ein niedriger deutscher Preis einerseits zum europäischen Referenzpreis werde, und dass andererseits die Medikamente aus Deutschland auch direkt in andere europäische Länder exportiert werden könnten. "Wir brauchen aber eine Belohnung für unsere Innovationsleistung", sagte Simonds.

Grundsätzlich bleibt es nach den Worten von Philip Burchard, Geschäftsführer der deutschen Tochtergesellschaft, aber weiterhin das Ziel, zunächst die Zulassung von Crestor für den deutschen Markt zu erhalten und das Präparat danach auch auf den Markt zu bringen. Allerdings habe Burchard schon mit Blick auf den möglichen Zeitpunkt für die Markteinführung keine Prognose mehr abgeben wollen. Crestor sei inzwischen in 51 Ländern eingeführt.

Diskussion UM Crestor Steht IM Kontext DER Pfizer-Entscheidung

Die Diskussionen um Crestor stehen im Zusammenhang mit der Entscheidung des amerikanischen Pharmakonzerns Pfizer , sein Cholesterinpräparat Sortis von Beginn des kommenden Jahres an zu einem unveränderten Preis zu verkaufen. Simonds sagte, dass sein Unternehmen im Zusammenhang mit der Festbetragsgruppe für die so genannten Statine nicht mit Pfizer gesprochen habe.

Außerdem brauche sein Unternehmen derzeit auch noch keine Entscheidung zu treffen. "Wir kämpfen aber ebenfalls darum, dass die so genannten Jumbo-Preise für Generika und innovative Medikamente wieder abgeschafft werden und dass die Investitionsschutzklausel, die im Gesetz enthalten ist, auch wirklich berücksichtigt wird", sagte Burchard. Im Fall von Sortis werde diese Klausel offensichtlich nicht angewandt, was für Crestor ähnliches befürchten lasse.

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