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Asylbewerber in Australien beenden Hungerstreik

Die Behörden haben Verhandlungen mit den protestierenden Flüchtlinge aufgenommen.

rtr WOOMERA. Asylbewerber in Australien haben sich einem Regierungssprecher zufolge auf einen Kompromiss mit der Regierung geeinigt und ihren zweiwöchigen Hungerstreik beendet. "Wir haben einen echten Durchbruch erzielt", sagte der Sprecher am Mittwoch im Flüchtlingslager Woomera. "Die Afghanen haben ihren Hungerstreik beendet." Es seien Verhandlungen aufgenommen worden, die hoffentlich zu einer fairen und gerechten Lösung für alle Parteien führen würden. Auch hätten elf Jugendliche ihre Selbstmord-Drohung zurückgenommen. Dagegen sagte ein Anwalt der Jugendlichen, deren Ultimatum sei nur verlängert worden. Die Lagerinsassen protestieren gegen die teils Jahre lange Berarbeitungsdauer ihrer Asylanträge.

Das Flüchtlingslager Woomera liegt auf einem ehemaligen Raketenstützpunkt der Größe Englands im Süden der australischen Wüste. Von den 900 Insassen - illegal Eingewanderte, die zumeist aus Afghanistan oder dem Nahen Osten stammen - waren ihren Anwälten zufolge bis zu 370 im Hungerstreik. Die Regierung sprach dagegen von 259. Zudem haben Flüchtlinge versucht, sich zu erhängen, haben Disinfektionsmittel getrunken oder sich die Lippen zugenäht. Die Proteste hatten auf vier der insgesamt sechs Flüchtlingslager übergegriffen.

Der Regierungssprecher sagte, den Jugendlichen im Alter von 14 bis 17 Jahren sei zugesichert worden, dass ihre Beschwerden von einem Komitee angehört würden. Daraufhin hätten sie ihre Selbstmord-Drohung zurückgezogen. Dagegen sagte der Flüchtlings-Anwalt Rob McDonald der Nachrichtenagentur Reuters, die Jugendlichen hätten ihr Ultimatum lediglich um eine Woche verlängert. "Wir glauben, dass es ihnen todernst ist", sagte McDonald. Das UNO-Flüchtlingshilfswerk hatte am Vortag erklärt, die Kinder seien zu ihrer Drohung verleitet worden. Es bekräftigte die Kritik der Vereinten Nationen (UNO) an der australischen Politik, die Flüchtlinge in Lagern unterzubringen.

Australiens Einwanderungsvorschriften gehören zu den strengsten der Welt. Im November war der konservative Ministerpräsident John Howard für eine dritte Amtszeit wiedergewählt worden. Während des Wahlkampfes hatte er ein härteres Vorgehen gegen Flüchtlinge angekündigt, nachdem sich die Stimmung in der Bevölkerung gegen die Flüchtlinge gekehrt hatte. Ein großer Teil der Australier unterstützt seine Haltung.

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