Athlet sollte in der Staffel starten
Dopingsperre: Olympia-Aus für US-Sprinter Harrison

Die nationale Anti-Doping-Agentur USADA der USA hat den Weltklasse-Sprinter Calvin Harrison für zwei Jahre gesperrt. Er muss damit nicht nur den Start in Athen sausen lassen. Dem 4x400-Meter-Quartett der US-Boys droht zudem die Aberkennung ihres WM-Golds.

HB COLORADO SPRINGS. Harrison ist im Juni vorigen Jahres bei den US-Meisterschaften im kalifornischen Stanford die Einnahme des verbotenen Stimulanzmittels Modafinil nachgewiesen worden. Der Wiederholungstäter war bereits 1993 bei den US-Hallen- Junioren-Meisterschaften positiv auf Ephedrin getestet worden. Seinerzeit wurde der 400-m-Läufer für drei Monate gesperrt.

Harrison hatte im vorigen Monat bei den Olympia-Trials in Sacramento über die Stadionrunde den fünften Platz belegt. Er verpasste zwar ein Einzelstartrecht, dennoch wurde er für Athen in den sechs Läufer umfassenden Staffel-Pool aufgenommen.

Durch die Sperre von Harrison droht der bei den vorjährigen Weltmeisterschaften siegreichen 4x400-m-Staffel der USA die Aberkennung der Goldmedaille. Harrison hätte bei den im August in Paris ausgetragenen Titelkämpfen nicht zum Einsatz kommen dürfen. Über die Disqualifikation hat der Leichtathletik-Weltverband IAAF zu entscheiden. Sollten die USA nachträglich disqualifiziert werden, würde Frankreich als Weltmeister nachrücken. Harrison war der erste Läufer im Team, dem außerdem Tyree Washington, Derrick Brew und Jerome Young angehörten.

Calvin Harrison gehörte auch vor vier Jahren bei den Spielen in Sydney zusammen mit seinem vor einer lebenslangen Dopingsperre stehenden Zwillingsbruder Alvin sowie Michael Johnson und Antonio Pettigrew zum erfolgreichen Staffel-Quartett. Auch diese Goldmedaille wird voraussichtlich aberkannt werden, weil der im Vorlauf und Halbfinale eingesetzte Jerome Young nicht hätte starten dürfen. Young war 1999 positiv auf Anabolika getestet worden, wurde damals aber vom US-Verband nicht wie üblich für zwei Jahre gesperrt. Im Juni hatte der Internationale Sportgerichtshof (CAS) Young als des Dopings überführt erklärt und ihm die Goldmedaille aberkannt. Nachdem sich die IAAF bereits für die Disqualifikation der gesamten Siegerstaffel von Sydney ausgesprochen hat, muss darüber nun das Internationale Olympische Komitee (IOC) endgültig entscheiden.

Alvin Harrison ist von der USADA wegen der Einnahme des verbotenen anabolen Steroids THG angeklagt worden. Ein positiver Test liegt von dem Olympia-Zweiten über 400 m allerdings nicht vor. Harrison hat sich zur Klärung seines Falles an ein US-Schiedsgericht gewandt.

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