Atlantis-Start abgesagt
Hurrikan „Lili“ nimmt Kurs auf die USA

Der Hurrikan "Lili", der schon seit mehr als einer Woche die Karibik in Atem hält, hat am Dienstag Kuba hinter sich gelassen und Kurs auf die USA genommen.

HB/dpa MIAMI/MEXICO STADT. Nachdem der Wirbelsturm den Westen der größten Karibikinsel in nur einer Stunde überquert hatte, lag sein Zentrum am Nachmittag schon 90 Kilometer nördlich der Westspitze Kubas. Mit Windgeschwindigkeiten von 165 Kilometern pro Stunde ging er nach Angaben des US-Hurrikanzentrums in Miami (Florida) auf Nordwest-Kurs in Richtung Mississippi-Mündung. Für die Stadt New Orleans und die Küste des Bundesstaates Mississippi wurde eine Tropensturm-Vorwarnung gegeben.

Der für Mittwoch geplante Start der Weltraumfähre Atlantis wurde wegen des Wirbelsturms abgesagt. Die Fähre starte frühestens am Donnerstag, sagte eine Sprecherin der Weltraumbehörde Nasa am Dienstag am Weltraumbahnhof in Cape Canaveral in Florida. Der Hurrikan bewege sich zwar nicht auf Florida zu, könnte aber das Johnson-Kontrollzentrum Houston/Texas in Mitleidenschaft ziehen, sagte die Sprecherin. Houston übernehme immer kurz nach den Raumfährenstarts die Überwachung des Fluges. Wegen "Lili" sei nicht hundertprozentig zu gewährleisten, dass die Kommunikationskanäle einwandfrei funktionierten.

Das Ausmaß der Sachschäden, die "Lili" auf Kuba hinterlassen hat, war zunächst noch nicht bekannt. In den vergangenen Tagen waren nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Prensa Latina 362 000 Menschen vor dem Sturm in Sicherheit gebracht und 406 000 Stück Vieh aus den Gefahrenzonen geschafft worden. Präsident Fidel Castro sagte,dass Kuba noch ausreichend Nahrungsmittelreserven für die Versorgung der Sturmgeschädigten habe.

In Mexiko hatte der Zivilschutz am Dienstag Hurrikan-Alarm für den Badeort Cancún und die vorgelagerte Touristeninsel Isla Mujeres gegeben und die Insel Holbox an der Nordostspitze der Halbinsel Yucatán evakuiert. Gegen Abend schien sich der Hurrikan aber von Mexiko zu entfernen. Westkuba und Yucatán waren erst zwischen dem 20. und 24. September vom Hurrikan "Isidore" heimgesucht worden.

Auf Jamaika waren bei Überschwemmungen infolge von "Lili" mindestens drei Menschen ums Leben gekommen, zwei wurden am Dienstag noch vermisst. Auf den Cayman-Inseln, über die der Zyklon am Montag hinwegzog, entstand ebenfalls Sachschaden. Am 23. September war "Lili" im Osten der Karibik über die kleinen Antilleninseln gezogen und hatte dort schwere Schäden an Gebäuden und Bananenplantagen angerichtet. Auf St. Vincent starben vier Menschen bei einem Erdrutsch. Außerdem verschwand Medienberichten zufolge ein 2000-Tonnen-Frachter mit sieben Mann Besatzung im Sturm.

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