Atofina steigt für 750 Millionen Dollar bei Samsung Chemical ein
Chemietochter von Totalfina-Elf drängt nach Asien

Der französische Ölkonzern Totalfina- Elf baut sein Geschäft mit Petrochemikalien in Asien kräftig aus. Die Chemietochter des Unternehmens, Atofina, übernimmt die Hälfte der koreanischen Samsung General Chemical-Gruppe und zahlt dafür 750 Mill. $.

bef/Bloomberg DÜSSELDORF. Mit dem Einstieg folgt Atofina dem Trend in der europäischen Chemieindustrie: Ihre Investitionen fließen seit mehreren Jahren verstärkt nach Asien. Dort erwarten Anbieter von Chemikalien und Kunststoffen in den nächsten Jahren das weltweit größte Wachstum.

Atofina und Samsung haben eine vorläufige Vereinbarung über den Einstieg unterzeichnet, teilte Totalfina-Elf mit. Das Geschäft soll bis März kommenden Jahres abgeschlossen sein. Nach Angaben des französischen Ölkonzerns wird damit der erste koreanische Petrochemie-Anbieter mit ausländischer Beteiligung geschaffen.

Petrochemikalien werden aus Rohöl gewonnen und zu einer Vielzahl anderer Chemikalien und Kunststoffe weiterverarbeitet: beispielsweise zu Folien für Tüten, Plastik für Verpackungen oder zu Innenraumverkleidungen für Autos.

Mit dem Einstieg bei Samsung treibt Totalfina-Elf die Konzentration unter den Herstellern von Petrochemikalien voran. In diesem Massengeschäft gelten Anbieter als aussichtsreich, die über ausreichende Größe verfügen und daraus Kostenvorteile ziehen können: Dies sei wichtig, weil in der Branche der Kampf um Marktanteile über Preise ausgefochten werde, kommentiert Analyst Michael Butscher von der Bayerischen Landesbank.

Besonders die Ölkonzerne verschärfen nach Einschätzung Butschers den Wettbewerb in der Petrochemie: Sie verfügen über die nötige Öl-Quellen und bauen die ersten Verarbeitungsstufen des Rohstoffs aus. Kleinere Chemiekonzerne ohne Rohstoffanbindung steigen dagegen mehr und mehr aus: Die niederländische DSM etwa hat im April dieses Jahres ihre Petrochemiesparte für 2,2 Mrd. Euro an den saudi-arabischen Konkurrenten Sabic verkauft. Im Gegenzug trennen sich die Ölkonzerne von der Spezialchemie: Totalfina-Elf hat vor wenigen Wochen seine Farbensparte für knapp 1 Mrd. Euro an den Finanzinvestor Bain Capital verkauft.

Totalfina-Elf ist nicht der erste Chemie- und Ölkonzern, der sein Engagement in Asien verstärkt. Ein immer größerer Teil der Investitionen fließt in die Region: Konkurrent Royal Dutch/Shell investiert kräftig in Asien, die Ludwigshafener BASF baut im chinesischen Nanjing für mehr als 3 Mrd. Euro einen neuen großen Verbund-Standort zur Produktion von Petrochemikalien und anderen Stoffen.

Weitere Investitionen sind geplant: "Asien wird in den nächsten Jahren bei Polyurethan der Markt mit dem weltweit größten Wachstum sein", erwartet BASF-Vorstandschef Jürgen Strube. Polyurethan wird etwa als Kunststoff in Autos eingesetzt. Der Verband der europäischen Chemiehersteller rechnet für das asiatischen Chemiegeschäft außerhalb Japans im nächsten Jahr mit einem Wachstum von 7 % - in Europa werden es voraussichtlich nur 3 % sein.

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