Atom-Transport soll am Montag starten
Castor-Gegner bereiten sich auf Atomtransport vor

Die Uhr für den ersten Castor-Transport seit vier Jahren läuft. Am Montag soll der Atomtransport von La Hague nach Gorleben starten.

dpa/ddp HANNOVER/LÜCHOW. Die Vorbereitungen für den Castor-Transport nach Gorleben in der kommenden Woche sind auf französischer Seite nach Angaben von Greenpeace weitgehend abgeschlossen. Alle sechs Behälter mit den hochradioaktiven Glaskokillen seien inzwischen aus der Wiederaufarbeitungsanlage La Hague über die Straße zur rund 30 Kilometer entfernten Verladestation Valognes befördert worden, sagte der Sprecher der Umweltschutzorganisation, Stefan Schurig, am Freitag in Hannover.

In der Verladestation werde jetzt der Zug für den Transport der Behälter nach Deutschland zusammengestellt. "Jetzt läuft die Uhr", sagte Schurig. Der Zug soll nach Angaben des französischen Unternehmens Cogema, das die Atomfabrik La Hague betreibt, am kommenden Montag um 6.30 Uhr in Richtung Deutschland losfahren. Es wird der erste Castor-Transport mit Atommüll nach Gorleben seit vier Jahren und der erste Transport unter der rot-grünen Bundesregierung sein.

Atomkraftgegner rüsten sich

Die Atomkraftgegner setzen in Niedersachsen den Aufbau von Zeltstädten für Aktionen gegen die bevorstehenden Castor-Transporte trotz teilweiser Verbote fort. Aktivisten errichteten Camps entlang der Bahnstrecke Lüneburg-Dannenberg in den Ortschaften Nahrendorf, Govelin und Tollendorf, teilte eine Sprecherin der Bürgerinitiative Lüchow-Dannenberg am Freitag mit. Ein Camp im Landkreis Lüchow-Dannenberg in der Ortschaft Hitzacker für rund 300 Menschen sei bereits fertig. Ein weiteres für rund 1 500 Menschen im Bereich Gusborn-Quickborn sei geplant.

Das Verwaltungsgericht Lüneburg wollte noch am selben Tag über Verfahren zu zwei Camps in der Nähe von Lüneburg entscheiden. Der Landkreis und die Stadt untersagten den Bau zweier Zeltstädte im Ortsteil Hagen und in Wendisch Evern. In Wendisch Evern plante die Anti-Atom-Kampagne "X-tausendmal-quer" für bis zu 4 000 Demonstranten das größte Camp von Castor-Gegnern. Die Bezirksregierung Lüneburg stritt vor Gericht auch noch um die Standorte Govelin und Tollendorf. Die Behörden befürchten, dass hier ein Camp für Autonome entstehen könnte, um Anschläge auf die nahegelegene Bahnstrecke zu verüben.

Gericht will über Demonstrationsmärsche entscheiden

Die Richter wollten außerdem über Demonstrationsmärsche der Umweltorganisation Robin Wood entscheiden. Diese plant am Samstag, Sonntag und Montag Märsche aus der Lüneburger Innenstadt nach Wendisch Evern. Die Stadt Lüneburg hatte den Demonstrationsverlauf aber nicht genehmigt.

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