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Atombehälter TN13/TN17

ap MÜNCHEN. Für den Transport abgebrannter Brennelemente in die französische Wiederaufarbeitungsanlage La Hague werden keine Castor-Behälter verwendet wie für Atommülltransporte nach Gorleben. Die Brennstäbe aus den Atomkraftwerken Grafenrheinfeld, Philippsburg und Biblis wurden in Behältern mit der Bezeichnung TN13 beziehungsweise TN17 verpackt. Diese Behälter sind lediglich für den Transport geeignet und nicht zur jahrelangen Lagerung radioaktiver Materialien wie die Castoren.

Der Name `Castor" - ein geschützter Markenname - steht für `Cask for Storage and Transport Of Radioactive Materials", also `Behälter für die Lagerung und den Transport radioaktiven Materials". Die Castoren wurden bislang benutzt für die in Glaskokillen gegossenen hochradioaktiven Spaltprodukte, die bei der Wiederaufbereitung anfallen. In den Spezialbehältern soll das Material 30 bis 40 Jahre lang zwischengelagert werden.

Die Bezeichnungen TN13 und TN17 stehen als Abkürzung für die französische Firma `Transnucleaire", die die Behälter ursprünglich entwickelte, und für die Zahl der Brennelemente, die der Behälter fassen kann. Ein TN13 fasst 13 große Brennelemente, wie sie in Druckwasserreaktoren verwendet werden. Der Behälter wiegt rund 100 Tonnen und hat eine Nutzlast von 6,5 Tonnen, da ein abgebranntes Brennelement etwa eine halbe Tonne wiegt. In den drei Kernkraftwerken Grafenrheinfeld, Biblis und Philipsburg wurde jeweils ein TN13 beladen.

Ein TN17 fasst 17 etwa 300 Kilogramm schwere Brennelemente aus Siedewasserreaktoren. Aus Philippsburg wurden davon zwei Behälter auf den Weg nach La Hague gebracht.

Die TN-Container werden im Gegensatz zu den Castoren mehrfach verwendet. Wenn die abgebrannten Brennelemente in La Hague herausgenommen worden sind, werden die Behälter gereinigt und für den nächsten Transport in ein Kernkraftwerk gebracht.

Die Sicherheitsbestimmungen beim Transport sind für Castor- und TN-Behälter vergleichbar; die Zulassung unterliegt der Bundesanstalt für Strahlenschutz. Die Container müssen einen Sturz aus neun Metern Höhe aushalten sowie ein Feuer von der dauer einer halben Stunde. Der TN-Behälter gleicht einem Zylinder und besteht aus Beton, einer Eisenhülle und einer Neutronenabschirmung, die das Austreten von Neutronen verhindern soll. Außerdem muss die Wärmeabfuhr mit Hilfe von Kühlrippen gewährleistet sein.

Die Strahlung wird bei der Verladung im Kernkraftwerk, bei der Umladung von Tieflader auf Zug und umgekehrt sowie bei der Ankunft in La Hague gemessen. Dabei wird die Strahlungsintensität des Behälters selbst gemessen; eine eventuelle Kontamination wird durch Wischproben der Oberfläche des Behälters sowie der benutzten Werkzeuge untersucht.

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