Atomkraftgegner demonstrieren
Atommülltransport auf Weg nach La Hague

Der Atommülltransport aus den norddeutschen Kernkraftwerken Stade und Brunsbüttel ist am Dienstagmorgen in der Nähe von Hamburg zusammengekoppelt worden und nach Frankreich weitergefahren. Die Waggons seien gegen 04.30 Uhr auf dem Rangierbahnhof Maschen gekoppelt worden und nun auf dem Weg zur Wiederaufarbeitungsanlage La Hague in Nordfrankreich, teilte der Bundesgrenzschutz (BGS) mit.

rtr HAMBURG/BERLIN. Der Güterzug aus Stade mit einem Behälter mit abgebrannten Brennelementen war unmittelbar nach dem Start von zwei Mitgliedern der Umweltschutzorganisation Robin Wood für gut eine Stunde gestoppt worden. Sie hatten sich in Rohren unter den Schienen angekettet. Polizei und BGS durchtrennten die Schienen und hoben die jungen Männer samt Rohr aus dem Gleisbett.

Ein BGS-Sprecher sagte, der Atommülltransport habe nach der Kopplung seine Fahrt ohne Zwischenfälle fortgesetzt. Nach der Protestaktion bei Stade waren die Schienen wieder repariert worden, so dass der Zug nach Maschen hatte weiterfahren können. Die beiden Männer, zwei Helfer und zwei weitere Atomkraftgegner wurden nach BGS-Angaben von der Polizei in Gewahrsam genommen. Insgesamt drei Strafanzeigen seien erstattet worden. Der Transport mit zwei Atommüllbehältern aus dem Kernkraftwerk Brunsbüttel war ohne Zwischenfälle nach Maschen südlich von Hamburg gerollt.

Mehrere hundert Atomkraftgegner hatten am Montagabend an verschiedenen Orten gegen den Transport protestiert, darunter in Harburg. Am Bahnhof Harburg, den die beiden Züge aus Stade und Brunsbüttel auf dem Weg zum Rangierbahnhof Maschen passieren mussten, riefen sie in Sprechchören: "Wir wollen den Ausstieg sofort und stoppen den Transport." Polizei und Bundesgrenzschutz standen mit mehreren Hundertschaften bereit, um eine Besetzung der Gleise zu verhindern. BGS-Beamte holten nach eigenen Angaben in der Nähe von Brunsbüttel und an der Strecke zwischen Stade und Hamburg rund zwei Dutzend Atomkraftgegner von den Gleisen und erteilten Platzverweise.

Die drei Behälter vom Typ TN 17/2, die anders als die so genannten Castor-Behälter nur für den Transport von Atommüll vorgesehen sind, sind mit jeweils 17 abgebrannten Brennelementen beladen. Sie sollen am Dienstagnachmittag die deutsch-französische Grenze bei Wörth passieren.

Vor einem Monat war erstmals nach mehrjähriger Unterbrechung wieder ein Atommülltransport nach Frankreich gerollt. Diese Transporte sind erst wieder möglich, nachdem Deutschland Ende März erstmals seit vier Jahren Atommüll aus der Wiederaufarbeitung in Frankreich zurückgeholt und ins Zwischenlager Gorleben gebracht hatte.

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