Atomkraftgegner
Tausende protestieren gegen Castor-Fracht

Mehrere tausend Atomkraftgegner haben am Wochenende gegen den bevorstehenden bislang größten Castor-Transport mit hochradioaktivem Atommüll nach Gorleben protestiert.

Reuters GORLEBEN. Auf eine zentrale Demonstration am Endlagerbergwerk Gorleben am Samstag mit rund 4000 Teilnehmern folgten einen Tag später zahlreiche kleinere Aktionen entlang der Transportstrecken zum Zwischenlager. Schwerpunkt der Proteste war vor allem die Straße zwischen der Umladestation für die Castor-Behälter in Dannenberg und dem Lager Gorleben. Die Polizei drängte Demonstranten, die sich auf der Straße niederlassen wollten, von der Fahrbahn.

Entlang der Schienenstrecke und der Straße von Lüneburg bis Gorleben gilt seit Sonntag ein Versammlungsverbot. Zu größeren Auseinandersetzungen sei es zunächst nicht gekommen, erklärte die Polizei. In Lüneburg, dem Sitz der Bezirksregierung und der Einsatzleitung von Polizei und Bundesgrenzschutz, besetzten rund 100 Atomkraftgegner vorübergehend Straßen und Kreuzungen. Der Transport mit zwölf Castor-Behältern soll nach inoffiziellen Angaben am Montagabend nahe der französischen Wiederaufarbeitungsanlage La Hague starten und voraussichtlich bis Donnerstag das Zwischenlager erreichen.

Die Aktionen vom Wochenende sollten bis zum Eintreffen des Atommülltransportes in der Region Gorleben fortgesetzt werden. Dort hatte es bei vergangenen Transporten zum Teil heftige Auseinandersetzungen mit der Polizei gegeben. Diesmal rechnet die Einsatzleitung mit weniger Widerstand.

An der Kundgebung am Erkundungsbergwerk für ein Endlager nahmen auch örtliche Politiker der Grünen und der SPD sowie zahlreiche Landwirte mit rund 100 Traktoren teil. Anti-Atominitiativen aus der Region Gorleben forderten ebenso wie Umweltverbände die rot-grüne Bundesregierung auf, endgültig die Pläne für ein Atommüll-Endlager in Gorleben fallenzulassen.

Das Endlagerbergwerk liegt rund 300 Meter vom Zwischenlager Gorleben entfernt. Seit dem Atomkonsens zwischen rot-grüner Bundesregierung und der Energiewirtschaft ruhen die Arbeiten am Endlager. Alternativ sollen andere Endlagermöglichkeiten in Deutschland geprüft werden.

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