Atomkraftwerk Mühlheim-Kärlich wird abgeschaltet
RWE drosselt Energie-Überkapazität

Nach dem Energieversorger Eon plant nun auch der RWE-Konzern die Stilllegung eigener Kraftwerke. Wegen schwieriger Marktbedingungen soll das Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau stagnieren.

Reuters/dpa ESSEN. Der RWE-Konzern will seine Kraftwerkskapazität bis zum Jahr 2004 um rund 5 000 Megawatt zurückfahren. Die Reduzierung der Leistung solle durch Stilllegung eigener Kraftwerke und durch Kündigung von Strombezügen erreicht werden, teilte RWE-Chef Dietmar Kuhnt am Dienstag bei der Bilanzpressekonferenz in Essen mit. Den betroffenen Mitarbeitern sollen an anderen Konzernstandorten neue Arbeitsplätze angeboten werden. Insgesamt seien 180 Mitarbeiter betroffen.



RWE geht "zuversichtlich" ins neue Geschäftsjahr

Der Energiekonzern RWE geht "trotz schwieriger Marktbedingungen" in seinen Kerngeschäften zuversichtlich in das neue Geschäftsjahr 2000/01. Trotz weiterer Belastungen aus dem Stromgeschäft strebe der Konzern ein betriebliches Ergebnis "mindestens in der Größenordnung des Vorjahres" an, so Kuhnt weiter.

Durch den Strompreisverfall war das betriebliche Ergebnis im abgelaufenen Geschäftsjahr 1999/2000 (30. Juni) um 14,5 % auf 2,7 Mrd. Euro zurückgegangen, nach 3,1 Mrd. Euro im Jahr zuvor. Das Nettoergebnis stieg um 5,5 % auf 1,2 (1,1) Mrd. Euro.

Im kommenden Jahr will die RWE AG das Geschäftsjahr auf das Kalenderjahr umstellen. Daraus ergibt sich ein Rumpfgeschäftsjahr vom 1. Juli bis 31. Dezember 2000. Der Konzern soll die Umstellung zum 1. Januar 2002 vollziehen.



Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich soll stillgelegt werden

Als Bestandteil des Programms zur Leistungsverringerung will RWE den Angaben zufolge das Kernkraftwerk Mülheim-Kärlich stilllegen. Das Kraftwerk ist allerdings schon seit Jahren nicht am Netz. Die Stilllegung war Bestandteil des im Sommer zwischen Bundesregierung und Atomwirtschaft erzielten Atomkompromiss. Welche weiteren Leistungen stillgelegt werden sollen, teilte RWE zunächst nicht mit. Die geplante Leistungsverringerung von 5 000 Megawatt ist etwa doppelt so hoch, wie bisher von RWE erklärt.

Der Rückgang des Betriebsgewinns um knapp 15 % war von RWE im Juli bereits vorausgesagt worden. Zahlen wurden damals nicht genannt. Die Steigerung des Nettoergebnisses führt RWE unter anderem auf Beteiligungserträge zurück.

So reagierte die RWE - Aktie

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