Atomphysiker warnt vor Problemen der Weiterverbreitung von Plutonium
US-Energiepläne als "Einladung zur Katastrophe" kritisiert

Umweltschützer und Friedensforscher haben das Programm von US-Präsident George W. Bush zur Bekämpfung der Energiekrise scharf kritisiert. Als "Einladung zur Katastrophe" bezeichnete der Leiter des Instituts für Nuklearkontrolle, Paul Leventhal, die geplante Wiederaufbereitung abgebrannter Atombrennstäbe.

ap WASHINGTON. Bush verteidigte dagegen seine Pläne. Es müsse nicht sein, dass die Debatte das Land polarisiere, sagte er.

"Wir können wertvolle Energiequellen wie Erdgas erschließen, ohne dabei die Umwelt zu schädigen", sagte Bush am Donnerstag in Iowa, nachdem er sein Energieprogramm offiziell vorgestellt hatte. Der Präsident kündigte dabei unter anderem an, die Bundesbehörden würden angewiesen, Regelungen zur Produktion von Energie aus Kohle, Gas und Atomkraftwerken zu lockern. Außerdem will er Landstriche in öffentlichem Besitz für Ölbohrungen freigeben. Besonders umstritten sind in diesem Zusammenhang die vorgeschlagenen Bohrungen im Arktischen Nationalpark in Alaska. "Der Bush-Plan ist ein Rezept für höhere Energierechnungen und mehr Umweltverschmutzung", sagte David Hawkins vom Rat zur Verteidigung Natürlicher Ressourcen (NRDC).

Bushs Programm sieht außerdem wieder eine größere Rolle für die Stromerzeugung aus Atomkraft und in diesem Zusammenhang auch die Einführung der Wiederaufbereitung vor. Der Atomphysiker Arjun Makhijani warnte vor neuen Problemen der Weiterverbreitung von Plutonium, das bei der Wiederaufbereitung anfällt. Er sei erstaunt, wie schnell die US-Regierung eine 25 Jahre lang für richtig gehaltene Politik ohne ernsthafte Debatte über Bord werfe. Die USA hatten die in Europa und Japan praktizierte Technik der Wiederaufbereitung unter der Regierung von Präsident Jimmy Carter fallen lassen, damit das dabei entstehende atombombenfähige Material nicht in die Hände von Terroristen oder unzuverlässigen Staaten fallen kann.

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