Atomwaffenprogramm
Nordkorea zu Gespräch mit USA bereit

Im Streit mit den USA um ein geheimes Atomwaffenprogramm hat Nordkorea Gesprächsbereitschaft erklärt. Voraussetzung sei allerdings, dass die USA ihre feindliche Politik gegenüber Nordkorea aufgäben, berichteten Journalisten am Montag nach einem Treffen zwischen Vertretern Nord- und Südkoreas in Pjöngjang.

Reuters SEOUL. Nach US-Angaben betreibt Nordkorea ein Atomwaffenprogramm. Russland zweifelte die Fähigkeit des kommunistischen Landes an, Atomwaffen zu bauen, zeigte sich nach US-Angaben jedoch besorgt. China wies Vorwürfe zurück, es habe Nordkorea bei der Entwicklung des Programms geholfen. Japan betonte, Sicherheitsfragen würden bei kommenden Gesprächen mit Nordkorea höchste Priorität haben.

"Wenn die USA bereit sind, ihre feindliche Politik uns gegenüber einzustellen, dann sind wir zu einem Dialog bereit, um Sicherheitsfragen, die von Interesse sind, zu lösen", sagte Parlamentspräsident Kim Jong Nam bei dem Treffen Südkoreas Vereinigungsminister Jeong Se Huyn den Journalisten zufolge. Nordkorea hat sich bislang nicht öffentlich zur Darstellung der USA geäußert. US-Präsident George W. Bush hat Nordkorea gemeinsam mit Iran und Irak als Achse des Bösen bezeichnet, die in den Besitz von Massenvernichtungswaffen gelangen wolle.

Kim Jong Nam hatte US-Angaben zufolge dem US-Gesandten James Kelly bei einem Besuch hochrangiger US-Regierungsvertreter Anfang Oktober gegenüber eingeräumt, Nordkorea entwickele angereichertes Uran. Dieses kann zur Herstellung von Atomwaffen benutzt werden. Nordkorea hatte sich 1994 den USA gegenüber zur Aussetzung seines Atomwaffenprogramms verpflichtet. Im Gegenzug war dem Land die Finanzierung und der Bau zweier Atomreaktoren zur friedlichen Nutzung der Atomenergie zugesagt worden.

Der nordkoreanische Staatsrundfunk meldete am Montag, die USA seien für Verzögerungen in der Umsetzung des Abkommens verantwortlich. Die Bereitstellung eines Atomkraftwerkes habe sich sehr verzögert. Es stelle sich die Frage, ob das Abkommen gekündigt werden solle. US-Außenminister Colin Powell hatte am Sonntag erklärt, es sehe so aus, als sei das Abkommen inhaltlich "null und nichtig".

Russlands Minister für Atomenergie, Alexander Rumjanzew, zweifelte die Fähigkeit Nordkoreas zum Bau von Atomwaffen an. "Es ist schwer für mich zu glauben, dass sie die Militärtechnologie haben könnten, um Atomwaffen herzustellen", sagte er dem Hörfunksender Echo Moskaus. Dagegen sagte US- Unterstaatssekretär John Bolton nach einem Treffen mit Rumjanzew sowie Vertretern des russischen Außenministeriums und Sicherheitsrates, Russland teile die Besorgnis der USA über die "unerhörte Verletzung" des Atomwaffensperrvertrags. Auch die russische Regierung wolle eine friedliche Lösung.

Die USA werfen Medienberichten zufolge unter anderem Pakistan und China vor, Nordkorea mit Technik für die Entwicklung von Atomwaffen ausgerüstet zu haben. Pakistan wies dies vergangene Woche zurück. China bezeichnete die US-Vorwürfe am Montag als haltlose Gerüchte und drängte alle Seiten den Streit im friedlichen politischen Dialog beizulegen.

Das nordkoreanische Atomwaffenprogramm werde bei kommenden Gesprächen höchste Priorität haben, erklärte Japan am Montag. Japan und Nordkorea beraten derzeit über die Wiederaufnahme diplomatischer Beziehungen. Allerdings werde sich Japan nicht um Fortschritte in den Gesprächen bemühen, wenn es keine Fortschritte bei sicherheitsbezogenen Themen gebe, sagte Außenminister Yoriko Kawaguchi nach Angaben aus japanischen Kreisen dem US-Gesandten Kelly.

Korea ist seit dem Korea-Krieg von 1950 bis 1953 geteilt. Die beiden koreanischen Staaten verfolgen seit Anfang August einen Kurs des Dialogs und der Annäherung.

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