Attraktive Option für Sparer
Tagesgeldkonten haben Konjunktur

Die Wirtschaftslage ist unsicher und an den Börsen herrscht nach den Einbrüchen des vergangenen Jahres immer noch Zurückhaltung. Sichere Geldanlagen sind gefragt. Das neue Zauberwort heißt Tagesgeldkonto.

WiWo/ AP/ FRANKFURT. Doch bei dem derzeit niedrigen Zinsniveau sind Termingelder oder das gute alte Sparbuch alles andere als attraktive Optionen. Das neue Zauberwort heißt Tagesgeldkonto.

Mehrere Anbieter drängen auf den Markt mit meist attraktiven Zinsen und interessanten Zusatzangeboten. Ein Tagesgeldkonto kombiniert die Vorteile von Sparbuch und Girokonto: Das Geld wird in der Regel gut verzinst, ist täglich verfügbar und es fallen keine Kontoführungsgebühren an.

Einzige Einschränkung: Die meisten Banken verlangen ein so genanntes Referenzkonto: Überweisungen vom Tagesgeldkonto können nur über dieses Konto abgewickelt werden. Überweisungen auf das Tagesgeldkonto sind dagegen von einem beliebigen Konto möglich.

Früher waren Tagesgeldkonten meist nur einem ausgewählten Klientel mit einer beträchtlichen Mindesteinlage möglich. Heute werben Direktbanken oder Tochterunternehmen ausländischer Banken um eine breite Kundschaft. Die attraktivsten Angebote verzichten sogar ganz auf eine Mindesteinlage.

Die höchsten Zinsen zahlen nach einer Untersuchung der Experten von "Finanztest" die Direktbanken. Die DiBa - nach eigenen Angaben die führende und älteste Direktbank Deutschlands - bietet das "Extrakonto" mit vier Prozent Zinsen pro Jahr vom ersten Euro an und ohne Grenze.

Für das "Patagon Geldkonto", gibt es ebenfalls vier Prozent Zinsen, allerdings nur für die ersten 9.999 Euro. Für die weiteren Einlagen sind die Zinssätze nach unten gestaffelt. Die gleichen Sätze bietet das Unternehmen, das zur Santander-Central-Hispano-Gruppe, der größten Bank Spaniens, gehört, auch für das "Patagon BrokerGeldkonto", von dem aus der Kunde Aktienkäufe tätigen kann.

Ganz ohne Haken sind die Angebote jedoch nicht. Die Zeitschrift "Finanztest" untersuchte im Februar die Angebote von 14 Direktbanken. Den Spitzenplatz belegte das "Online Tagesgeld" von Entrium Direct Bankers (Note 1,4) mit damals maximal 3,5 Prozent Zinsen (derzeit 3,25 Prozent). Am schlechtesten schnitt die DiBa mit der Note 3,3 ab, Patagon lag auf dem drittletzten Platz.

Grund für das schlechte Abschneiden der beiden Banken mit den besten Zinsen waren die langen Wartezeiten von der Antragstellung bis zur Kontoeröffnung. Bis zu 31 Werktagen vergingen bei den Testanfragen der Zeitschrift, bis tatsächlich über das Geld verfügt werden konnte. Beide Banken haben Probleme bei der Abwicklung der zahlreichen Anträge eingeräumt, das Personal wurde aufgestockt und inzwischen liegen die durchschnittlichen Bearbeitungszeiten bei Patagon und der DiBa nicht über zehn Werktagen, wie Sprecher beider Unternehmen versicherten.

Der Weg zum Online-Tagesgeldkonto Direktbanken sind über Internet und Telefon erreichbar. Über diese Wege können die Kontoeröffnungsunterlagen bestellt werden. Oft ist es auch möglich, die Unterlagen im Internet direkt auszufüllen. Anschließend muss sich der Antragsteller legitimieren. Dazu bedienen sich fast alle Banken des so genannten Post-Ident-Verfahrens.

Der Antragsteller legt entweder auf der Post oder bei einem Briefboten seinen Ausweis zusammen mit dem Eröffnungsantrag vor, damit die Bank auch weiß, ob die persönlichen Angaben korrekt sind. Die Unterlagen werden dann an die Bank geschickt. Das Porto übernehmen die meisten Banken selbst. Wenige Tage später erhält der Kunde dann seine Kontounterlagen und kann Geld auf sein neues Tagesgeldkonto überweisen.

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