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AT&S besser als erwartet

Die Austria Technologie & Systemtechnik AG (AT&S) hat mit dem heute, Dienstag, vorgelegten Ergebnis für das Gesamtjahr 2001/02 (zum 31. März) die Erwartungen von Analysten übertroffen.

rtr WIEN. Diese waren nach einer Reuters-Umfrage im Durchschnitt von einem Betriebsergebnis (EBIT) von 1,9 Mill. ? und einem knapp positiven Jahresüberschuss ausgegangen. Tatsächlich veröffentlichte die AT&S aber ein EBIT von plus 7,5 (53,9) Mill. ?. Das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisationen habe 52,3 (84,3) Mill. ? betragen.

"Das Finanzergebnis ist innerhalb unserer Branche hervorragend", sagte AT&S-Vorstandsvoristzender Willibald Dörflinger anlässlich der Bilanzpräsentation vor Journalisten in Wien. "Wir sind zum drittgrößten Leiterplattenhersteller der Welt geworden und behaupten unsere technologische Führerschaft", so Dörflinger.

Die AT&S hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2001/02 durch die Werksschließung in Augsburg, Restrukturierungskosten und Anlaufkosten für das neue Werk in China eine deutliche Ergebnisbelastung verzeichnet. Die Restrukturierungskosten für Augsburg gab AT&S-Finanzchef Harald Sommerer heute mit einem Einmalbetrag von 16,5 Mill. ? an.

Der Konzernumsatz wurde mit 274,5 Mill. ? angegeben, was einem Rückgang vom 15 % entspreche. Das Betriebsergebnis vor Abschreibung und Amortisation (EBITDA) wurde mit 52,3 (84,3) Mill. ? angegeben, das EBIT mit 7,5 (53,9) Mill. ? genannt. Die Nettoverschuldung sei auf 27 Mill. ? gedrückt worden, so Sommerer.

Das Ergebnis je Aktie habe sich daher auf 0,05 (1,31) Euro reduziert, teilte AT&S weiters mit. Für das abgelaufene Geschäftsjahr sei die Ausschüttung einer auf 0,18 (0,26) Euro je Aktie verminderten Dividende je Aktie geplant, sagte Dörflinger.

Das Umfeld im abgelaufenen Geschäftsjahr sei nicht leicht gewesen, so Dörflinger. Im hochtechnologischen Bereich HDI sei der Weltmarkt um 12 % geschrumpft, während die AT&S ihre Absatzmenge um 12 % gesteigert habe, sagte Dörflinger. Ein europäischer Mitbewerber sei sogar insolvent geworden.

Die gesamte Leiterplattenindustrie habe im vergangenen Jahr zwischen 30 und 45 % ihrer Umsätze verloren, sagte Dörflinger. Die AT&S habe dagegen mit 274,5 Mill. ? um rund 15 % niedrigere Umsätze erzielt und sei im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern positiv im Ergebnis geblieben.

Für das laufende Geschäftsjahr erwarte sich die AT&S wieder eine Ausweitung des Umsatzes, sagte Sommerer. Aufgrund der schwierigen Marktsituation sei aber - insbesondere zum Ergebnis - derzeit keine genauere Guidance zu geben. Erfahrungsgemäß sei das erste Quartal das schwächste. In diesem sei der April zwar gut angelaufen, so Sommerer. Der Mai habe aber wieder eine Abschwächung gezeigt.

Diese Auslastung werde heuer vor allem im Bereich Handheld stärker schwanken und im Durchschnitt bei 60 bis 70 % liegen.

Das AT&S-Werk in China werde zumindest bis ins Geschäftsjahr 2002/03 (zum 31. März) Anlaufverluste von minus 20 bis minus 30 Mill. ? schreiben, sagte Dörflinger. Die gesamten Investitionskosten für die Produktion in Shanghai bezifferte Dörflinger mit 50 bis 60 Mill. ?. Der negative EBIT-Beitrag aus China werde im laufenden Geschäftsjahr rund 13 Mill. ? ausmachen. Dennoch habe China die oberste Priorität, betonte Dörflinger.

Weitere Handyhersteller als Abnehmer in Sicht

Neben der heute bekannt gegebenen Ausweitung der Absatzmengen bei den bestehenden Abnehmern Siemens und Nokia, wo die AT&S nunmehr in beiden Fällen Lieferant für die weltweite Handyproduktion ist, sei es jüngst gelungen, auch bei Sony einen Fuß in die Tür zu stellen, sagte Dörflinger. Dort habe die Qualifikation begonnen, das heißt, dass Sony mit AT&S in einer Testphase ist, in der Produkte und Prozesse geprüft werden.

Üblicherweise dauere so eine Qualifikation drei bis fünf Monate, so Dörflinger. Bei Sony könnte sich eine Verzögerung ergeben, weil die Testphase mit der Konzernzentrale in Japan koordiniert werden müsse. Was am Ende der Testphase für die AT&S volumensmäßig herausschauen könnte, sei derzeit nicht zu sagen. Aufgrund der führenden Technologie sei man aber zuversichtlich auf einen Vertragsabschluss, so Dörflinger.

Akquisitionen seien aktuell nicht in Sicht. "Uns ist geschenkt noch alles zu teuer", fasste Dörflinger die diesbezügliche AT&S-Strategie zusammen. "Ein Unternehmen, das wir kaufen würden, müsste eine zu uns passende Technologie haben, gut gemanagt sein und ertragreich sein - und so etwas gibt es derzeit nicht", sagte Dörflinger.

Für den kanadischen Hersteller "Research in Motion" (RIM) sei man im abgelaufenen Geschäftsjahr zum Einzellieferanten geworden. RIM bereitet laut Dörflinger für seine Handhelds nun auch den Markteinstieg in Kontinentaleuropa vor, nachdem das Produkt bereits in Großbritannien lanciert worden sei.

Kursanstieg durch ausgeweitete Kooperation

Während die Bekanntgabe der Zahlen den Aktienkurs der AT&S heute nicht bewegte, sorgte die Nachricht von der Ausweitung der Abnehmerverträge mit Siemens und Nokia für einen Kurssprung. Die Bandbreite der AT&S-Notiz war am Vormittag noch bei 11,06 bis 11,20 gelegen. Die Nachricht ließ den Kurs bis auf ein Tageshoch von 12,20 ? steigen. Gegen Mittag beruhigte sich der Kursverlauf allerdings wieder und gegen 1330 MESZ waren AT&S mit 11,62 (11,10) Euro angeschrieben.

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