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AT&T und British Telecom prüfen Fusion

Die Chefs der Telekomkonzerne loten in Vorgesprächen Gemeinsamkeiten aus. Es gibt noch keine formellen Verhandlungen

LONDON. Die beiden Telekomgiganten AT&T Corp. aus den USA und British Telecom Plc (BT) erwägen eine Fusion. In informierten Kreisen hieß es, die Chefs der beiden Konzerne, AT&T-Chairman C. Michael Armstrong und BT-Chef Peter Bonfield, hätten in den vergangenen Monaten in mehreren Gesprächen die Möglichkeit eines Zusammenschlusses ausgelotet. Noch ist aber unklar, ob die informellen Gespräche in konkrete Fusionsverhandlungen münden werden. Auch seien bislang weder Investmentbanken noch die Führungsgremien der beiden Unternehmen in die Diskussionen einbezogen worden.

Armstrong und Bonfield hatten das Thema Fusion den Informationen zufolge bereits früh auf ihren regelmäßigen Treffen im Zusammenhang mit dem Gemeinschaftsunternehmen Concert angesprochen. Im Joint Venture Concert bieten die beiden Konzerne seit einem Jahr gemeinsam Telekomleistungen für Großkunden an. Bei den vergangenen Treffen seien die Gespräche aber konkreter und ernsthafter geworden.

BT-Chef Bonfield dementierte gestern in einem Interview zwar formelle Fusionsverhandlungen. Zu Vorgesprächen in jüngster Zeit wollte er sich jedoch nicht äußern. Auf die Frage, ob er eine Fusion ausschließen würde, sagte er: "Ich bin sehr aufgeschlossen."

Vor einem Zusammenschluss müssten AT&T und BT hohe Hürden überwinden, nicht zuletzt wettbewerbsrechtliche. Schließlich würden die beiden Konzerne einen Großteil des transatlantischen Telekommarktes kontrollieren. Bei einer Fusion wären daher weitreichende Auflagen wohl kaum zu vermeiden.

Bei einem Zusammengehen entstünde eine der größten Festnetzgesellschaften, der drittgrößte Mobilfunkbetreiber der Welt mit 26 Millionen Kunden und der größte Anbieter von Kommunikationsdienstleistungen für Geschäftskunden.

Die Gespräche finden in einer für beide Unternehmen schwierigen Phase statt. Die BT-Führung steht in Anbetracht sinkender Gewinne und eines erfolglosen internationalen Engagements unter Druck. Und AT&T muss erst noch jüngst erworbene Kabel-TV-Gesellschaften integrieren.

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