AT&T / Comcast
Zwischenruf: Ein großer Schritt

AT&T wollte sein Kabelgeschäft loswerden. Doch mit dem Comcast-Deal werden die AT&T-Aktionäre nicht nur die absolute Mehrheit des Kapitals, sondern auch die absolute Stimmenmehrheit haben. Und AT&T-Chef Michael Armstrong wird sogar als Chairman im neuen Unternehmen sitzen. Das kann man kaum als Übernahme beschreiben, auch wenn Comcast 47 Milliarden Dollar in Aktien zahlt und 25 Milliarden Dollar Schulden übernimmt.

Für Comcast ist es trotz der hohen Verschuldung ein großer Schritt: Es mausert sich vom Familienunternehmen aus Philadelphia zum größten Kabelanbieter der USA. Das entspricht dem Trend zur Konsolidierung auf dem US-Kabelmarkt, der noch vor einem Jahrzehnt in der Hand vieler kleiner Familienunternehmen war. Nun beherrschen die fünf größten Anbieter 80 Prozent des Marktes.

Je größer die Kabelfirmen werden, umso stärker wird ihre Verhandlungsposition gegenüber den Anbietern von Inhalten wie Disney und Newscorp. AT&T Comcast wird nun günstigere Verträge aushandeln können. Gerade angesichts der jüngsten Konsolidierung im Mediensektor mit der Übernahme von USA Networks durch Vivendi dürfte das nicht schaden. Nun muss AT&T Comcast zeigen, ob das reicht, um den Schuldenberg zu drücken.

Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%