ATV mögliche Konkurrenz für AOL und News Corp
Hutchison steigt ins TV-Geschäft in China ein

Über die Tochter Tom.com steigt der Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa in den chinesischen Fernsehmarkt ein.

olm HONGKONG. Für 37 Mill. $ kauft Tom.com vom Immobilienkonzern Lai Sun einen 32,7 %-Anteil an Hongkongs zweitgrößtem Fernsehsender Asia Television (ATV).

Der Einstieg in den Massenmedien-Markt schürt Sorgen vor wachsendem publizistischen Einfluss des mit Abstand mächtigsten Hongkonger Tycoons, Hutchisons Chef Li Ka-shing. Er verfügt bereits über erhebliche politische Macht. Mit dem Sender dürfte Li versuchen, auf dem lukrativen, schnell wachsenden chinesischen Medienmarkt Fuß zu fassen.

ATV hat für die Volksrepublik China keine Lizenz, aber seine Programme werden in der wohlhabenden Grenzprovinz Guangdong von Kabelbetreibern illegal vertrieben, was einen wesentlichen Faktor für die Anzeigeneinkünfte darstellt. Der Einstieg des finanzkräftigen Li könnte dem bei Einschaltquoten abgeschlagenen Sender helfen, den Hongkonger Lokalmatador TVB herauszufordern. Außerdem dürfte ATV größere Chancen bekommen, den internationalen Fernsehkonzernen AOL Time Warner und News Corp Konkurrenz zu machen, die eine Lizenz für China haben.

Der Zukauf markiert einen weiteren Schritt im Umbau von Tom.com. Der Börsengang von Hutchisons damals erst wenige Monate altem Internet-Arm war im Frühjahr 2000 von Hysterie begleitet worden, Anleger prügelten sich vor Bankfilialen um Zeichnungsformulare. Den unmittelbar folgenden Einbruch des Aktienkurses im Zuge der Internetkrise hat das Unternehmen jedoch vergleichsweise gut überstanden: Mit Hilfe einer schnellen Serie von Zukäufen von Magazinen, Buchverlagen und Werbeagenturen im Großraum China hat sich Tom.com in ein breit aufgestelltes traditionelles Medienunternehmen verwandelt.

Analysten erwarten, dass die Firma in absehbarer Zeit ihren Anteil an ATV noch erhöht, und halten es für möglich, dass der Sender eine Lizenz zum Vertrieb seiner Programme in Südchina erhält. Weil Li bereits einen großen Hongkonger Radiosender kontrolliert, braucht Tom.com für den Einstieg bei ATV allerdings noch eine Ausnahmegenehmigung von der Regierung.

Quelle: Handelsblatt

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