AUA-Chef im Porträt
Alfred Ötsch: Eckig und kantig

Alfred Ötsch kämpft mit der Justiz in Deutschland – und der Privatisierung der Fluggesellschaft AUA in Österreich.

WIEN. Das hat Alfred Ötsch gerade noch gefehlt. Eigentlich sollte sich der Chef der österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) in dieser Woche mit allem Nachdruck um den anstehenden Verkauf seines Unternehmens kümmern. Denn am Freitag läuft die offizielle Bieterfrist ab. Immerhin interessieren sich so prominente Konkurrenten wie die Lufthansa, British Airways und Air France für die vergleichsweise kleine Fluggesellschaft aus Österreich.

Doch ausgerechnet jetzt stehen beim AUA-Konzernchef die Staatsanwälte vor der Tür – und dann auch noch aus Deutschland. Ötsch ist wegen seiner Vergangenheit beim Industrieriesen Siemens ins Visier der Nürnberger Justiz geraten. Die Staatsanwälte wollen nicht völlig ausschließen, dass der erste Mann der kleinen Fluggesellschaft in den Schmiergeldskandal beim Münchener Konzern verwickelt ist.

Gegen Alfred Ötsch werde wegen des Verdachts auf Untreue und Steuerhinterziehung im Zuge der AUB-Affäre ermittelt, bestätigte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Nürnberg. Ötsch werde vorgeworfen, als Nachfolger von Johannes Feldmayer als Bereichsvorstand der Siemens-Sparte Automationstechnik Zahlungen an den ehemaligen AUB-Chef Wilhelm Schelsky freigegeben zu haben, ergänzte er. Ötsch sei allerdings noch nicht vernommen worden. Dies werde demnächst nachgeholt. Über verdeckte Zahlungsströme hatte die Arbeitsgemeinschaft Unabhängiger Betriebsangehöriger (AUB) Geld vom Konzern erhalten. Schon bald verhielt sich die kleine Gewerkschaft in den wichtigsten Konzerngremien zahmer und freundlicher als die viel mächtigere IG Metall.

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