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AUA und Lauda berufen außerordentliche Hauptversammlungen ein

vwd/apa WIEN. Der Konflikt zwischen Austrian Airlines Österreichische Luftverkehrs-AG (AUA), Wien, und Lauda Wien, geht in die nächste Runde. Sowohl die AUA als auch der Lauda Air-Vorstand laden die Aktionäre im Dezember zu außerordentlichen Hauptversammlungen. Dabei versuchen sie offenbar, mit Hilfe der Aktionäre im Konflikt die Oberhand zu bekommen. Die AUA will dem Lauda-Air-Vorstand das Vertrauen entziehen, Lauda plant im Gegenzug die Absetzung der AUA-Vorstände aus dem Lauda-Air-Aufsichtsrat.

Die AUA, mit 35,9 % größte Lauda-Aktionärin, beruft für den 7. Dezember eine aoHV bei Lauda Air ein, dafür berufen sich die Austrian Airlines ausdrücklich auf eine Ermächtigung durch das Landesgericht Korneuburg. Der Lauda Air-Vorstand wiederum lädt die Eigentümer zu einer weiteren aoHV am 22. Dezember ein.

Bei der von der AUA einberufenen HV am 7. Dezember steht unter anderem die Bestellung des Wirtschaftsprüfers Geiserich Tichy auf dem Programm, der eine aktienrechtliche Sonderprüfung gemäß 118 Aktiengesetz bei Lauda Air durchführen soll. Die AUA will ferner dem Lauda-Air-Vorstand durch die HV das Vertrauen entziehen lassen und "Schadenersatzansprüche gegen das Vorstandsmitglied Andreas Nikolaus Lauda und allenfalls mitverantwortliche Mitglieder des Vorstandes und Aufsichtsrates gemäß 122 AktG" einbringen.

Unter die Lupe nehmen soll die neuerliche Wirtschaftsprüfung insbesondere "alle Fremdwährungs- und Derivativgeschäfte, alle mit nicht Gruppenfremden realisierten Flugzeugfinanzierungstransaktionen, alle Kreditvergaben an Tochter- und Beteiligungsunternehmen", Geschäfte mit nahestehenden Unternehmen, langfristig geschlossene Verträge betreffend Flugzeuganschaffungen, -finanzierungen und Catering, alle Geschäfte mit der Lauda sowie "die Unterlassung allfälliger Konsolidierungspflichten" bei Lauda Air, geht aus der am Freitag in der "Wiener Zeitung" veröffentlichten Einladung hervor.

Brisant dürfte auch die vom Lauda-Air-Vorstand für den 22. Dezember einberufene HV werden. Dabei soll der - vor der Fertigstellung stehende - Bericht über die Sonderprüfung durch KPMG präsentiert werden, der im Auftrag von AR-Präsident Rudolf Streicher ebenso alle oben genannte Punkte untersucht hat. Die AUA-Vorstände Herbert Bammer und Mario Rehulka sollen "wegen gesellschaftsschädigenden Verhaltens" aus dem Lauda-Air-AR abberufen werden, entsprechende Ansprüche sollen gegenüber der AUA geltend gemacht werden, heißt es in Lauda HV-Einladungstext wörtlich.

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