Auch 2002 deutliches Wachstum
Eurex will in Großbritannien und USA expandieren

Die Handelsumsätze an der Terminbörse Eurex werden in diesem Jahr nach den Worten ihres Chefs, Rudolf Ferscha, deutlich wachsen.

Reuters FRANKFURT. Die Eurex wolle vor allem in die USA und Großbritannien expandieren, kündigte Ferscha in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" an. Bei neuen Produkten werde der Schwerpunkt auf Indexprodukten und Aktienoptionen liegen. Die größte Terminbörse der Welt erwäge auch neue Instrumente im kurzfristigen Bereich. Ferscha deutete außerdem die mögliche Einführung einer automatischen Unterbrechung des Handels bei großen Kursschwankungen an.

Nach einer Zunahme der Eurex-Handelsumsätze um 48 Prozent im vergangenen Jahr werde auch 2002 ein deutliches Wachstum erzielt. Allerdings dämpfte Ferscha gleichzeitig die Erwartung eines erneut so hohen Wachstums in diesem Jahr. "Natürlich kann man nicht erwarten, dass wir jedes Jahr so stark zulegen. Aber auch 2002 wird es ein deutliches Wachstum geben."

Fokus auf Großbritannien und USA

"Wir wollen vor allem in Großbritannien - dort erzielen wir derzeit 35 Prozent unserer Handelsumsätze - und den Vereinigten Staaten expandieren", sagte Ferscha. Dort entstünden jetzt bereits 20 bis 25 Prozent des Gesamtvolumens etwa bei Dax- oder Stoxx-Produkten. "Für weitere Produkte wie den Aktienoptionen und den Futures auf Branchenindizes wollen wir die regulatorische Zulassung beantragen." In außereuropäischen Ländern seien ansonsten Kooperationen nur für Märkte mit großen kulturellen oder sprachlichen Barrieren denkbar.

Der Schwerpunkt bei neuen Produkten werde auf Indexprodukten und Aktienoptionen liegen, kündigte Ferscha an. "Wir planen, weitere Kontrakte auf die Stoxx-Branchenindizes Versicherungen, Versorger und Automobile aufzulegen." Insgesamt werde wohl auch 2002 der Euro-Bund-Future, der Terminkontrakt auf zehnjährige Bundesanleihen, den größten Ertragsanteil einbringen, prognostizierte Ferscha. "Aber unsere Indexprodukte auf den Dax und die europäischen Stoxx-Indizes sowie die Aktienoptionen wachsen noch stärker und könnten in einigen Jahren den Bund-Future bei den Erlösen einholen."

Automatische Unterbrechung bei großen Kursschwankungen

Die Eurex überlege auch, ob sie mit neuen Produkten im kurzfristigen Bereich an den Markt gehen solle. Die Strukturen für Geldmarktangebote seien in London allerdings gut etabliert. "Die Geldmarktprodukte sind in der Tat eine schwer zu knackende Nuss."

Ferner deutete Ferscha eine mögliche Einführung einer automatischen Unterbrechung des Handels bei großen Kursschwankungen an. Darüber werde mit den Marktteilnehmern diskutiert. Bisher seien diese für eine Kontinuität des Handels gewesen. "Mittlerweile zeichnet sich jedoch in den Arbeitskreisen von Eurex eine erhöhte Bereitschaft für Volatilitätsunterbrechungen ab."

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